Je suis Maria #2

Iuxta Crucem und die Pieta


Ein paar Gedanken zu Schmerz Nr. 5: Unterm Kreuz – Iuxta Crucem und Nr.6: Kreuzabnahme und Beweinung – Die Pieta

Hierzu natürlich die wundervolle Sequenz Stabat Mater, die eben genau davon handelt, von Maria, die unter dem Kreuz steht und ihren Sohn leiden sieht und darunter selbst leidet.  Und auch darum geht es im Stabat Mater: Um das Mitleiden, mit Maria, mit ihrem Sohn.

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Es ist nämlich so. Ich leide gerne mit. Das mag jetzt etwas bizarr klingen, wer leidet schon gerne….?Ich.  Und auch darum geht es im Stabat Mater. Nicht um mich. Aber um das Mitleiden, mit Maria, mit ihrem Sohn.

Ich weiß nicht, wie das kommt, aber es hat sich herausgestellt, dass ich das besonders gut kann. Insofern als dass es mir sehr leicht fällt mich da gedanklich hineinzubegeben. In die Passion Christi und auch in das Leiden seiner Mutter.  Vielleicht kommt es einfach daher, dass es sich dabei um besonders eindrückliche Gefühle handelt. Körperliche und seelische Schmerzen sind eben auch etwas, was jeder kennt, vielleicht nicht unbedingt in dieser Intensität, aber dennoch fällt es einem leicht etwas nachzuvollziehen, was man auch im Ansatz kennt. Sicherlich kennt auch jeder Freude aber die stellt sich dann auch von alleine ein, wenn man durch das Leiden mit hindurchgegangen ist. Keine Freude ohne Leiden und keine Erlösung ohne das Opfer! So ja auch im heiligen Messopfer! Die Vergegenwärtigung des einen Opfers, das Priester-Opfer und dann die Vereinigung mit Jesus Christus in der Kommunion.

Aber eigentlich bin ich heute bei Maria, deren Leiden, Sorgen, Schmerzen noch viel leichter zugänglich sind. Weil sie einfach ganz und gar menschlich sind.

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Pieta von G. Dupré – Siena

Obwohl sie diesen „besonderen“ Sohn hat und obwohl die Gründe für alle sieben Schmerzen aus seiner Besonderheit resultieren, sind sie die, die jede Mutter für ihren ganz normalen, menschlichen Sohn empfinden würde, wenn er so unmenschlich Leiden müsste, er als Kind verloren ginge, sie seinen toten Körper im Arm halten würde.

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Kreuzabnahmen – Duccio di Buoninsegna
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Pieta von Hendrik Goltzius

Leidet eigentlich ein so perfekter Mensch, wie Maria, noch mehr als andere Menschen? Jemand, dessen Körper und Seele vollkommen rein sind, muss doch umso verletzlicher sein… Ich bin sogar sicher.  Aber ich werde der Sache noch genauer nachgehen.

Solange mir übrigens niemand sagt, dass mein Hang zum Leidensmitvollzug pathologisch ist, werde ich es mit großer Freude weiter betreiben! ♥

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4 Gedanken zu “Je suis Maria #2

  1. Normalerweise mache ich ja derart Selbstisches nicht so häufig (anderes dafür schon), nämlich ständig auf eigene Beiträge zu verweisen – so doll sind die ohnehin nicht – … aber da mir selbst das Mitleiden Unserer Lieben Frau so lieb und teuer ist, dann doch mal zumindest einer von mehreren Artikeln zum Thema: http://denzinger-katholik.blogspot.de/2014/09/leid-und-mitleid.html (es gibt sogar einen darüber, ob es sich ziemt, die allerseligste Jungfrau in schwarz darzustellen 😉 ). Charles Journets Büchlein über die Mater Dolorosa kann ich übrigens ganz sehr empfehlen!

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    1. Oh, das ist doch ganz prima mit dem link zu deinem Artikel! Vielen Dank!

      Nach Lektüre, kann ich auf alle Fälle schonmal sagen, mein Hang zum Leidensmitvollzug ist nicht pathologisch… 😉

      Mir fällt aber dazu gerade ein, mir hat eine mehrfache Mutter mitgeteilt, dass sie für den eigentlich schlimmsten Schmerz der sieben Schmerzen, den hält, als der halbwüchsige Jesus für mehrere Tage verschwunden war…Denn bei seinem Tod sei er ja schon erwachsen gewesen. Interessant, fand ich. Vorallem vor dem Hintergrund dessen was danach noch kam…. Wenn er verschwunden geblieben wäre… was dann`? Ok, das ist ein anderes Thema….

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      1. Ich denke, da tut sich ein ganz wichtiges Element auf: Die Notwendigkeit der Verlassenheit und Einsamkeit für die Erlösung. Ein Anklang, ein Vorgeschmack auf das vielleicht fürchterlichste und geheimnisvollste Wort im Evangelium. „Mein Sohn, mein Sohn, warum hast Du mich verlassen?“

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        1. jetzt hab ich Kaffee auf dem Bildschirm….
          Ja, zeigt das alles nicht auch jede Menge Lebenswirklichkeit…. ? (hilfe , ich hab das L-Wort geschrieben….)
          Aber dennoch nicht unspannend…. In dem Moment, wo Maria ihren Sohn suchte und für einsam und verlassen hielt, war er es ja eben gerade nicht, da war er im Tempel, beim Vater… von dem er sich am Ende verlassen fühlte… Also, so gesehen, tatsächlich ein Vorgeschmack.

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