Mein Date mit dem Herrn

Eine Geschichte in vielen Bildern, mit einem Foto. Und sie ist wahr.

Sonntag Abend, 18h.

Wir waren verabredet. Der Herr und ich.  Er hatte schon so lange nach einem Date gefragt und immer hatte ich irgendeine Ausrede gefunden. Jetzt hatte ich mir mal einen Ruck gegeben. Ich wollte ihn ja auch treffen.

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Es war ja nicht so, dass wir uns garnicht vorher gekannt hätten. Wir hatten schon viele schöne und angenehme Gespräche geführt und es gab auch schon das eine oder andere mal eine kurze Begegnung. Aber mal ehrlich, es ist schon ein Unterschied, ob ich jemandem bei McDonalds in der Schlange kurz zunicke oder ob man sich zu einem exklusiven Dinner in einem Sternerestaurant verabredet….

Deshalb hatte ich auch einige Zeit darauf verwendet mein Äußeres ansprechend zu gestalten, habe mich ungefähr 5 mal umgezogen und war schon zuhause ein Nervenbündel.

Die ganze Autofahrt, einmal längs durch die Stadt, hatte ich einige sehr lebhafte Schmetterlinge im Bauch. Diese Art von freudiger Nervosität hatte ich wirklich lange nicht mehr. Vorfreude. Aber eben auch ein wenig Furcht vor dem Unbekannten.

Dann war ich da. Und ja, auf den ersten Blick konnte ich feststellen, dass das Sternerestaurant die weitaus bessere Wahl für unsere Verabredung war, als ein Fast-Food-Laden es je sein könnte. Wie das eben so ist, das Ambiente ist einfach ein anderes. Viel schöner, festlicher, feierlicher.

Auf alles wird sehr viel mehr Sorgfalt verwendet. Von der Musik über die gewählte Sprache bis hin zu den Umgangsformen. Man isst man hier auch nicht mit den Fingern. Und natürlich dauert auch alles ein wenig länger. Aber das machte ja nichts, so hatten wir viel mehr Zeit füreinander. Zum ersten Mal sind wir uns hier auch wirklich etwas näher gekommen.

Es war wirklich kein Vergleich zu den Begegnungen und Gesprächen, die wir vorher hatten. Alleine seine wirkliche Anwesenheit und dass ich ihn sehen konnte, sozusagen „Auge in Auge“… Ich denke, ich kann sagen, dass es an diesem Tag wirklich endgültig gefunkt hat. Ich hatte mich verliebt. Unsterblich.

Und ich hatte schon gleich auch einen ersten Anflug von Eifersucht. Als ich zusehen musste, wie sich all die anderen Menschen mit ihm vereinigen konnten und ich musste konnte nicht näher zu ihm kommen.  Ich kniete und schaute zu und musste tatsächlich weinen, weil ich nicht haben durfte was ich wollte.

Ich musste ihn auf jeden Fall wiedersehen. Schon bald. Und auch wenn es etwas aufwändiger sein würde, auf jeden Fall wieder in dieser wundervollen Lokalität.

So trafen wir uns ab da jede Woche. Schon bald wurde ich auch sehr viel sicherer, was die Benimmregeln und Gepflogenheiten in so einer Umgebung betraf und konnte so natürlich noch viel besser unsere Tête-a-Têtes genießen, die umso inniger wurden,  da ich mich nicht mehr so sehr auf Kleinigkeiten konzentrieren musste. Das macht man irgendwann ganz automatisch richtig.

Mit der Eifersucht allerdings, das wurde immer schlimmer… Aber es lag ja an mir, das zu ändern. Er wollte ja. Es war alleine meine Entscheidung. Die ich dann auch mit Freuden und ohne nochmal lange zu überlegen traf.

Vor ein paar Wochen war es dann soweit, dass ich zum ersten Mal…. nicht auf meinem Platz zurückbleiben musste und endlich ganz nah zu ihm, mich mit ihm vereinigen durfte.

Man hört ja immer viel, aber wie bei allem, man weiß es erst, wie es wirklich ist, wenn man es selbst erfahren hat. Und es war noch viel besser, als ich es mir je vorgestellt hatte. Sicher, er hat mich schon vorher oft umarmt und war mir im Geiste nah. Aber diese wahre, echte, ja, man kann es wohl körperliche Nähe nennen, die aber so gar nichts mit körperlicher Nähe zweier Menschen gemein hat, war einfach unbeschreiblich, atemberaubend. Ich glaube, der ganze Raum war mit einem Mal viel heller und wärmer und ich war von Liebe und Glück erfüllt, schwindelig war mir auch ein wenig als ich zu meinem Platz zurückging. Ein perfekter und vollkommener Moment.

Seitdem freue ich mich noch mehr auf unsere Treffen, weil wir uns jetzt jedes Mal so nah sein können und ich möchte auf keinen Fall darauf verzichten müssen. Nie mehr!

Heiraten allerdings, werden wir wohl nicht.

 

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7 Gedanken zu “Mein Date mit dem Herrn

        1. ahh…“Erweckung“… ich weiß nicht… Also, sicher, das kann so etwas sein. Das hab ich auch schon oft gehört, dieses EINE Erlebnis… Ich kann mich da bei mir nicht an sowas erinnern, diese Geschichte hier markiert eher das finale „Ja-Sagen“. Aber auf dieses trifft dein Artikel wohl zu.

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            1. Ja… das ist es bestimmt. Aber solche Dinge sind auch einfach sehr individuell… Ich würde meine Erfahrung da tatsächlich als ein „erhören“ beschreiben. Einem jahrelangen Werben nachzugeben, sich darauf einzulassen, geliebt zu werden und zurück zu lieben…

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