A sinner’s guide to true contrition

Aus dem Nähkästchen einer fleißigen Sünderin

Scheinbar bin ich ein bisschen auf dieses Thema abonniert. Es ist aber halt einfach so, dass man unweigerlich ständig drüber stolpert.

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Das bereuen können. Das ist gar nicht immer so einfach, musste ich feststellen. Also, das wirkliche echte, ehrliche. Das, das einem das Herz zerreißt.

Wenn man sich  hin setzt und so über seine Sünden nachdenkt, kommt doch meistens was zusammen. Große und kleine Dinge. Und objektiv betrachtet ist vollkommen klar: Das war Sünde. Also aufschreiben (oder merken).

Aber sind wir doch mal ehrlich. Es gibt so Vieles von dem man zwar akzeptieren kann, irgendwie einsieht, dass es nicht in Ordnung war. Und man versucht sicher auch, es nicht mehr vorkommen zu lassen. Aber das reicht ja nicht! Ohne wirkliche, echte, ehrliche Reue ist die Beichte ungültig. Und dann kann ich es auch eigentlich gleich bleiben lassen, denn es muss ja nicht zu allem Überfluss auch noch dazu kommen, dass ich mich selbst belüge. Ist ja auch durchaus Praxis… und ehrlich gesagt, es ist auch irgendwie verständlich.

Und dann diese Trugschlüsse. Wenn ich beispielsweise einem anderen Menschen gegenüber falsch verhalten habe. Ja, das zu bereuen kommt mir irgendwie leicht vor. Weil mir das falsche Verhalten der Person gegenüber leid tut. Und wenn man erst mal ein Bewusstsein für den Fehler hat, tut es einem auch vor Gott leid, selbst wenn ich nicht Ihm selbst 100 Euro aus der Tasche geklaut habe, letzten Endes habe ich aber doch genau das getan.

Und dann gibt es noch diese Sachen, die machen Spaß, die fühlen sich gut an und irgendwie völlig richtig. Von denen ist man überzeugt, sie sind das reine Glück. Und, wie könnte ein liebender Gott einem dieses Glück missgönnen? Nein, das kann ja nicht sein. Also gibt es auch keinen Grund zu bereuen. Das ist der einfache Weg und ich sage es jetzt mal ohne jegliche Diplomatie: Der ist falsch!

Also, was tun? Wie schaffe ich es, Dinge zu bereuen, die eigentlich irgendwie Spaß machen, an die man vielleicht auch gewöhnt ist, dass sie total normal sind, die man eben so macht?

Ich bin ja nun noch kein langjähriger Profi auf  dem Gebiet. Trotzdem habe ich dazu eine Idee. Die klappt allerdings nur, wenn man Gott wirklich, wirklich liebt. Aber, es klappt sowieso alles nur dann.

Jeder war mal ein Kind und hat irgendwas angestellt, wofür er Ärger bekam. Was man aber so gar nicht verstehen und einsehen wollte. Weil es doch so viel Spaß gemacht hat. Und die Eltern sagen einem sie seien enttäuscht und traurig, dass man das gemacht hat, weil es möglicherweise sogar auch noch unheimlich gefährlich war und sie es einem doch schon 100x gesagt haben, dass man das nicht machen soll. Ja, stimmt… Aber es macht doch so viel Spaß, da vergisst man das schon mal. Was interessieren in dem Moment die Regeln der Eltern?

Aber ach, man spürt es richtig, diese Enttäuschung der Eltern, dass sie sich Sorgen gemacht, vielleicht Angst um einen hatten. Kann eigentlich immer noch nicht so richtig verstehen, was denn nun so falsch daran war, ist ja nix passiert und so…

Aber: Das ist dann auch völlig egal. Dieses Gefühl, das in einem aufstieg, wenn man spürte, dass die Menschen, die man liebt, gerade ganz fern von einem sind. Böse, enttäuscht, traurig. Man wollte doch am liebsten den ganzen Tag ungeschehen machen, wenn es nur ginge! Ganz egal wie spaßig das war. Der Gedanke an den Spaß war einem ohnehin längst vergangen. Man wusste nur Eins, dass man es nie, nie, nie wieder tun würde.  Man wollte nur noch, dass alles wieder gut ist, die Eltern einen in die Arme nehmen und hören, dass sie einen lieb haben, weil man die ernsthafte Furcht hatte, dass man nicht mehr liebgehabt wird. Eltern haben ihre Kinder immer lieb. Auch wenn sie schimpfen oder sauer sind. Sie sind ja gerade deshalb sauer und schimpfen, weil sie einen liebhaben. Und Regeln stellen sie auch nur aus diesem Grund auf. Auch wenn Kind sie nicht versteht.

Ja, und auch Gott hat eben Regeln für uns, weil er uns lieb hat, auch wenn wir die Regeln nicht immer so richtig verstehen oder einsehen. Es reicht eigentlich schon vollkommen aus, darauf zu vertrauen, dass Gott genau weiß, was das Beste für uns ist und das Wissen dass wir uns bei Verletzung der Regeln von ihm entfernen, wie die enttäuschte Mama von einem entfernt ist.

Nur ist Gott noch viel, viel geduldiger mit uns, als liebende Eltern. Und das ist unvorstellbar viel.

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2 Gedanken zu “A sinner’s guide to true contrition

  1. Sehr schöner Beitrag. Erinnert mich an eine Passage bei Chesterton, die mir neulich begegnete … er schrieb da sinngemäß, dass diese göttlichen Verbote in seiner Sicht gar nichts Ungerechtes seien, es wäre so, als würde der dritte Sohn des Müllers der Fee sagen: „Erklär mir mal, warum ich im Märchenschloß keinen Kopfstand machen darf“, und die Fee ihm entgegen könnte: „Erklär mir erst einmal das Märchenschloß“.
    Gratia gratis data ist das alles, gewissermaßen, wer kann sich da schon beschweren? Um so mehr, wenn wir vor Gott wie unverständige Kinder sind …

    Gefällt 1 Person

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