Passion

Schon wieder Leiden und Liebe

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Eigentlich bin ich gerade total gotisch angefixt und brenne darauf, davon zu schreiben.

Zuvor aber noch was anderes, was mir selbst an meinen Beiträgen aufgefallen ist. Und weil ich mich selbst ja auch kenne und sehr wohl weiß, dass ich gerne mal wirke, als wäre Ganzjahres-Karfreitag. Ich schreibe ja gerne über Leiden und Mitleiden und allerlei Kreuze. Über Liebe schreibe ich auch dann und wann. Aber ich habe es noch nie in Verbindung gebracht.

Auf etwas (oder jemanden) zu verzichten, weil man es nicht haben kann oder sich aus welchen Gründen auch immer versagt, ist hart. Und es ist bestimmt unheimlich Kreuz-tauglich. Als Bußübung eignet sich verzichten natürlich auch ganz hervorragend, aber auch etwas, was einem für immer versagt bleiben wird, anzunehmen und zu (er)tragen.

Was aber eigentlich keinesfalls zu erwähnen vergessen werden darf, was ich aber tat, in dem Zusammenhang. Aus Liebe verzichten. Es führt ja nirgendwo hin, nur um des Leidens willen zu Leiden. Wenn leiden, dann doch aus Liebe. Oder gar nicht leiden, weil der Verzicht um der Liebe willen vor lauter Liebe garkein Leiden verursacht.

Wenn der Gedanke daran, durch etwas, was man tut, Gott zu enttäuschen, unerträglich wird und gleichzeitig der Verzicht darauf einen Beweis der Liebe darstellen kann, dann fällt es eigentlich nicht schwer zu verzichten, dann leidet man nicht. Und ist es dann nicht eigentlich am schönsten, auf etwas, was man liebt zu verzichten, aus Liebe? Es ist sicherlich ein Opfer und ich bin ja nun auch kein ätherisches Wesen, das aus nichts als Liebe besteht. Ein Opfer wäre keines, wenn es einem nichts abverlangen würde.

Gott selbst hat seinen einzigen Sohn hingegeben, aus Liebe zu den Menschen.

Aus Liebe zu Gott also auf etwas zu verzichten, was man aus tiefstem Herzen liebt bringt sicherlich Leiden mit sich, aber auch Freude, durch die Liebe die man gibt. Und bekommt. Leidenschaftliche Liebe.

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14 Gedanken zu “Passion

  1. Manchmal ist es jedoch auch so, dass der Mensch lieber leidet, als die Liebe im Leid zu suchen… Oder das Leid der Liebe wegen zu ertragen.
    An mir selbst finde ich es immer wieder faszinierend darüber objektiv reden und urteilen zu können, obwohl es subjektiv, so bald man in eine solche Situation kommt doch zunächst anders reagiert und eben genau diese Gedanken dann schwer fallen zuzulassen und dahinter zu stehen.

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    1. Das ist wohl wahr, dass es sich objektiv ganz anders über sowas spricht und denkt. Eben irgendwie theoretisch.
      Aber ansich macht es das Leid ja soviel leichter, wenn man es der Liebe wegen erträgt oder eben gleich darbringt, als Opfer… als Liebesdienst. Und ich verrate sicherlich nicht zu viel von mir, wenn ich sage, dass es tatsächlich subjektiv ist.

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  2. Liebe unigenita,

    also ich habe nicht vor, jetzt hier Hardcore-Fan zu werden, obwohl dein Blog ganz, ganz entzückend ist. Ich hänge quasi an deinen Lippen. 🙂

    Aber hier irrst du: Es gibt keine himmlische Instanz die verlangt, auf deine Liebe zu verzichten. Jesus möchte, dass wir uns lieben, wie er uns geliebt hat. Die von Gott geschenkte Liebe zu opfern, ist Gott zu opfern, weil Gott die Liebe ist. Wir gedenken seines Opfers, aber wir opfern IHN, die Liebe nicht.

    Nicht aus Liebe verzichten, ist die Prüfung, sondern aus der uns geschenkten Liebe handeln, daran wachsen, manchmal leiden und oft ertragen – so wird ein Schuh d’raus. Aus Liebe tun, erfordert Langmut, Geduld, Beharrlichkeit, Charkater- und Herzensbildung sowie eine Portion Unabhängigkeit, vor allem von den weltlichen Vorstellungen. Suche deine Liebe nicht am falschen Ort, höre auf dein Herz.

    Gott zum Gruß

    Julie

    PS: Ich teile deinen Neid auf jedes Mannsbild, das Priester werden darf. Na ja, ich hoffe ja quasi noch auf den einen Diakon an meiner Seite.

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    1. Oh! Vielen herzlichen Dank! Das ist aber ein schönes Kompliment! 🙂 Freut mich, dass dir mein Blog gefällt!

      Zu deinem Kommentar:

      Möglicherweise habe ich mich in diesem Beitrag etwas missverständlich ausgedrückt.

      Natürlich meine ich hier nicht, die Liebe an sich zu opfern, im Sinne von nicht mehr lieben! Das wäre ja furchtbar.
      Aber ich denke doch, es gibt Situationen in der man aus Liebe die Liebe hingeben muss.
      Beispielsweise eine Frau verliebt sich in einen verheirateten Mann und er sich in sie… Diese Liebe kann ja, wenn sie ausgelebt wird, zu nichts gutem führen. Denn das Ausleben wäre Sünde. Der beste Grund einer Sünde zu widerstehen IST einfach Liebe. Zu Gott. In diesem Fall zusätzlich zu dem geliebten Menschen, dessen Seelenheil man ja nicht in Gefahr bringen möchte.

      Dass das natürlich in der Praxis furchtbar schwierig ist, ist mir klar. Denn wenn man einen anderen Menschen liebt und geliebt wird, fühlt sich das einfach gut und richtig an. Ist es in diesem Beispiel aber nicht. Weil Sünde niemals gut und richtig sein kann. Dass aber dennoch sicherlich echte Liebe im Spiel ist/sein kann, macht es nochmal schwerer. Weil das eben diese Liebe ist, die man aufgeben muss. Nicht das Empfinden des Gefühls von Liebe dem anderen gegenüber. Aber das was Liebe zwischen zwei Menschen nun mal ausmacht, dass sie sich über die Zeit entwickelt, größer, inniger wird. Dieses zusammenwachsen in und mit der Liebe. Das muss man sich versagen in dieser Situation. Und weil wir Menschen dazu neigen, so sehr an den (vermeintlichen) Freuden dieses Lebens zu hängen ist es, auch wenn es das Richtige ist, sicherlich ein Opfer und geht mit Leid einher.

      Ich selbst befinde mich übrigens, glücklicherweise, nicht in einer solchen Situation. 🙂

      Liebe Grüße

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  3. Ich mich übrigens auch nicht. 🙂

    Aber gut, wenn die Sachlage halbwegs so „normal“ ist.

    Dem ist leider nicht immer so, wie mir ein guter Freund neulich erzählt hat. Er fühlt sich von einer Frau betrogen, von der er nur über Umwege von ihrer bi- oder womöglich homosexuellen Neigung erfahren hat. Das konnte nur soweit kommen, weil er schwer in sie verliebt und in eine Art emotionale Abhängigkeit geschlittert war, von der er sich aber befreien konnte. Als das passierte, konnte er ja nicht ahnen, dass sie eigentlich nur mit ihm chatten wollte. Darüber ist er bald durchgedreht. Jetzt liebt er sie auf die von dir oben beschriebenen Art und Weise.

    Die Frau ist, obwohl sie Anfang des Jahres auf einem guten Weg schien, derzeit von diversen Avataren im Netz absorbiert. Sie führt so eine Art Doppel-, eigentlich Mehrfachleben, wirkt nervös, und wie er vermutet, nimmt sie irgendeinen Scheiß oder trinkt zu viel. Ich schrieb übrigens bewusst, er fühlt sich betrogen. Das Problem ist nämlich, dass sie zu allem schweigt und er nicht wirklich weiß, was Sache ist. Macht ihn ziemlich krank das alles.

    Gott behüte mich vor der Erfahrung, mich in einen online-süchtigen Mann zu verlieben, der Frauen nur nach Alter, Beruf, Vermögensstand und den potenziellen Bälgern aussucht. Aber ich will diesen schönen Blog nicht länger mit dieser Geschichte belasten, da sie halt, glücklicherweise, die seine ist.

    Gott zum Gruß!

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    1. Solch eine unerwiderte Liebe, die in diesem Fall wohl aus einem Missverständnis hervorgegangen ist, ist schon sehr tragisch. Wenn ich das richtig verstehe kannten sich die beiden nur online? Da passiert es ja selbst bei zwei, sagen wir mal „gesunden“ Menschen schnell mal, dass da einer oder beide irgendwelche Vorstellungen entwickeln, bzw. in der Vorstellung schon eine Partnerschaft beginnen, in Abwesenheit des anderen. Aber auch wenn man sich real kennt, passiert es ja, dass einer was hineininterpretiert, was da gar nicht ist und dann fällt irgendwann alles in sich zusammen. Das liegt natürlich daran, dass man schon immer auf Erwiderung der Zuneigung, Liebe und vor allem des Begehrens hofft. Man WILL den anderen. Diese emotionale Abhängigkeit, von der du schreibst, resultiert ja daraus.

      Mir sagte vor einiger Zeit mal jemand, Liebe könne es nicht einseitig geben, sondern wäre quasi das Produkt, die Weiterentwicklung von Zuneigung, die zwei Menschen füreinander haben. Funktioniere also nur zu Zweit! Das denke ich nicht. Zwar steht am Anfang, im Verknalltsein, sicherlich vor allem erst mal der Wunsch nach Befriedigung emotionaler (und körperlicher) Bedürfnisse, der Wunsch eben, dass der andere sich auch in einen verliebt. Wenn das nicht passiert, kühlen die eigenen Empfindungen ja doch meistens wieder Richtung ziemlicher Gleichgültigkeit ab. Oder es bleibt eben eine Zuneigung, die nichts vom anderen erwartet und immer nur sein Bestes hofft. Und m.E. ist das Liebe.

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      1. Mehr weiß ich zu der Geschichte nicht.

        Das Thema emotionale Abhängigkeit könnte man auch anders begreifen, aber das wird mir online zu weitschweifig. Diese hat jedenfalls nichts mit Liebe zu tun und sollte in jeder erwachsenen Beziehung überwunden werden.

        Ich denke allerdings auch, die Weiterentwicklung zur Liebe, also zu einer „Zuneigung, die nichts vom anderen erwartet und immer nur sein Bestes hofft“, geht nur zu Zweit!

        Und zwar deswegen, weil sich zwei, die sich neu kennenlernen, erst aufeinander einpendeln müssen. Nämlich weil der eine womöglich die Reife des anderen noch gar nicht hat und dadurch vieles versemmelt und ein ungewollt verzerrtes Bild abgibt. Ohne die Beziehungsarbeit, also das gemeinsame entwickeln der gegenseitigen Liebe, kann man womöglich lange darauf warten, dass es von vornherein einfach so und ohne Anstrengung und gleich nach dem Verknalltsein passt.

        Schön ist jedenfalls, wenn die Liebe eine Chance erhält. Oder auch eine zweite.

        (Deine Definition von Liebe könnten von mir sein.)

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        1. Ist dieses Entwickeln, Wachsen, aufeinander Einspielen wirklich „die Liebe“, die das tut? Sicherlich geht das nur mit Liebe. Aber wenn Liebe sich entwickelt, oder entwickeln muss, bedeutet das dann nicht, dass es „ein bisschen lieben“ und „ganz arg lieben“ und alle Schattierungen dazwischen gibt? Und was genau wäre das? Ganz arg lieben, wäre mehr als Liebe und ein bisschen wäre weniger. Aber ist es nicht eigentlich so, dass man liebt oder eben nicht?

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          1. Nein, so ist es nicht. Es ist wie mit dem Glauben. Obwohl man weiß, dass man glaubt, hat man Durststrecken, in denen man sich von Gott isoliert fühlt; dann wieder Phasen, in denen man Gott himmelhochjauchzend für dieses wunderschöne, aufregende Leben dankt. Und manchmal mit einer plötzlich geschenkten Einsicht belohnt wird, warum sich das Durchleben der Durststrecke gelohnt hat …

            Bei der Liebe, (wir haben uns, liebe unigenita, auf deine Definition geeinigt, bei der ich mich gut aufgehoben fühle), ist das nicht anders. Alle Schattierungen von „ganz arg lieben“ und „ein bisschen lieben“ sind normal, wenn am Fundament der Liebe gefeilt wird: Eine Liebe, die im Glauben wurzelt und eine Liebe, die im Vertrauen wurzelt. Wie auch sollten sich zwei wildfremde Menschen auf Anhieb glauben und vertrauen, wenn nicht erst nach einer gewissen Zeit des Abtastens? Und weiter: Eine Liebe, die im Geist wurzelt. Woher auch sollten zwei Fremde wissen, wes Geistes Kind sie sind, wenn sie sich nicht über sich austauschen. Oder auch: Eine Liebe, die die Körper erfasst. Woher auch sollen zwei Unerfahrene, die sie ja füreinander sind, etwas von den Vorstellungen oder Empfindlichkeiten des anderen wissen, wenn nicht durch eine beiderseitige Einweihung? Liebe ist keine gleich bleibende innere Qualität, die man durchgängig spürt. Liebe ist die Entscheidung für diese einzigartige Person, über die man sich freiwillig den Kopf zerbricht ;-), wenn Durststrecken durchlebt werden wollen.

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            1. Vielleicht wäre es manchmal ja besser für die Liebe, sie bliebe ungeteilt. Dann würde sie nicht beschmutzt durch menschliche Befindlichkeiten….

              (das soll aber nicht heißen, man sollte niemals Liebe mit einem anderen Menschen teilen… ich denke nur so vor mich hin.. 🙂 )

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                1. Aber ja… wodurch sonst kommt es zu Streit, Zerwürfnissen, Trennungen….? Ich meine, dass solche Dinge die Liebe „verdecken“, was dann zu dem führt, was man wohl „weniger lieben“ nennt… die Abwesenheit davon, „mehr lieben“… Daher kam dieser Gedanke vorhin… dass ich eben mal so in den Raum stellen wollte, dass die Liebe doch immer gleich ist, eben einfach Liebe und dass das mehr oder weniger einfach eine Sache der Wahrnehmung ist, je nachdem welche Gefühle, Befindlichkeiten und Situationen die Liebe überschatten oder eben nicht…

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                  1. Ah, jetzt verstehe ich das. Und womöglich blitzen hier ja deine kalten Füße wegen deines Hausheidens durch … 😉

                    Vielleicht hilft dir ja das 4. Buch weiter: Der LOGOS (das Wort), der bei Gott war, ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Dabei haben wir seine Herrlichkeit geschaut, die voll Gnade und Wahrheit war. Der LOGOS, Jesus Christus, hat als Mensch unter uns gewohnt und uns aufgetragen, uns so zu lieben, wie er uns geliebt hat: Mit all unseren Befindlichkeiten etc., Sünden und Mängeln.

                    Gott wollte definitiv, dass die Liebe nicht nur WORT bleibt, die (ungeteilt) bei ihm ist, sondern Fleisch wird, sonst hätte er uns seinen eingeborenen Sohn nicht entsandt. Dadurch, dass sich Männer und Frauen immer wieder neu verlieben und es auch hin und wieder gelingt, dass die Liebe Gottes in eine Ehe Einzug hält, zeigt sich, dass die Liebe eigentlich gar nicht beschmutzt werden kann, weil sie den menschlichen Schmutz in Kauf nimmt und diesen sogar für das Wachstum braucht. Also fürchte dich nicht, liebe unigenita. 🙂

                    Um im johanneischen Kontext zu bleiben: Es müssen die Tempel der Menschen sehr häufig erst einmal „zerstört“ werden, damit sie in Jesus Christus wieder aufgebaut (auferweckt) werden können und damit der LOGOS gerne in ihnen wohnt. Dass bei dieser, von mir auf den Menschen transferierten Tempelreinigung, oftmals auch kein Stein auf dem anderen bleibt, drückt sich mitunter in menschlichen Zweifeln, Identitätskrisen, Krankheiten und Durststrecken aus – die Aufforderung Gottes, die Liebe zu wagen und das ihr innewohnende Leiden anzunehmen.

                    Aus der johanneischen Perspektive kann die Liebe mithin nicht beschmutzt werden. Der Mensch wird jedoch umso liebevoller, umso gottähnlicher, je mehr er sich auf die Liebe einlässt, die ihm dabei hilft, heil zu werden.

                    … ich will mich aber jetzt nicht weiter einmischen und verzeih mir meine abschließende Bemerkung, die ich in der Netzöffentlichkeit nicht weiter vertiefen kann: Einen Heiden katholisch zu heiraten, könnte ich irgendwie wohl niemals.

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                    1. Auch nochmal abschließend, damit hier keine Missverständnisse stehen bleiben. Ich selbst fürchte mich keineswegs! Das waren lediglich ganz theoretische Überlegungen…

                      Ich könnte dafür wohl niemals einen Modernisten heiraten. 😉

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