Vanitas – Gedankenskizzen

Am heutigen Fest, das gestrige heidnische (nein, nicht Halloween, ich meine den Reformationstag…ein Feiertag vieler, vieler verlorener Seelen… ) und das morgige Allerseelen gedanklich schon und noch kommemorierend,  möchte ich mal ein paar Gedankenskizzen aufschreiben, zu einer Fragestellung, die mich seit ein paar Tagen immer wieder beschäftigt und die ich längst nicht beantwortet ist…

Die Sorge um das Seelenheil des Nächsten.

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Vor einigen Tagen erhielt ich nämlich per email eine ganz großartige Mahnung an mein Gewissen. Der Grund dafür ein Missverständnis, bzw. eine ursprünglich missverständliche Formulierung meinerseits. In Wahrheit eine glückliche Fügung, denn ich bin sehr dankbar für diesen Impuls.

Alleine dieser Impuls an mein Gewissen in dieser email entstand genau aus diesem Grund. Und ich begann mich zu fragen, wie ich es denn eigentlich damit halte…  Wie sehr sorge ich mich eigentlich um das Seelenheil meiner nächsten Mitmenschen? So häufig habe ich schon gehört,  das Glück in diesem Leben sei das Allerhöchste, was man um keinen Preis aufzugeben bereit wäre, was überhaupt ausschließlich erstrebenswert ist. So wird in Kauf genommen, in Sünde zu leben, halbherzig, unvollständig oder gar nicht erst zu beichten, da es überhaupt nichts zu bereuen gibt. Wie könnte man sein großes Glück auf bereuen?

Der einen oder anderen kleinen Privatoffenbarung sei Dank, sieht man sich dennoch berechtigt, die  Kommunion zu empfangen.

Mir fällt immer wieder auf, welchen Stellenwert doch eigentlich Glück, Wohlbefinden, Selbstverwirklichung haben. Man schaut auf sich selbst und darauf, dass man sich jederzeit gut fühlt, Unangenehmes so schnell wie möglich aus dem Weg räumt. „Etwas für sich tut“, schwierige Beziehungen kurzerhand beendet, statt zu klären, alles Unangenehme meidet.  In einer unschönen Situation aufstehen und gehen, statt diese Situation durchzustehen und  zu meistern. Mit allem was sie vielleicht mit sich bringt. Im besten Fall sogar, dass man in sich geht und seine eigene Haltung, sich selbst, hinterfragt.

All das führt doch dazu, dass man immer empfindlicher wird, alles auf sich persönlich bezieht, sich angegriffen fühlt durch Taten und Äußerungen seiner Mitmenschen, die vielleicht gar nichts mit einem zu tun haben. Und so kreist man immer mehr und immer enger um sich selbst und schafft sich einen Mikrokosmos des persönlichen Wohlbefindens, aus dem alles, was stört und schwierig ist, hinausgeworfen wird.

Ich schrieb so etwas Ähnliches schon im Zusammenhang mit dem „Kreuz tragen“. Aber um das zu können und überhaupt erst zu wollen steht ja eigentlich erst mal eine wichtige Erkenntnis, die man gewinnen muss. Gewisse Prioritäten im Leben, die erst mal gesetzt werden müssen.

Über all das Streben nach Glück und Zufriedenheit, nach menschlicher Liebe, verliert man schnell alles aus den Augen was über dieses Leben hinausgeht. Das, was eigentlich so viel wichtiger ist und worauf wir eigentlich alle hinarbeiten und hinstreben sollten. Weil der Glaube fehlt? Weil es zu viele Zweifel daran gibt? Oder weil man einfach aufgegeben hat, weil es zu schwer ist? Und es sich deshalb lieber hier bequem und schön macht?

Das soll selbstverständlich nicht heißen, ich sei der Meinung, dieses Leben sei schrecklich und müsse möglichst freudlos hinter sich gebracht werden. Im Gegenteil. Aber dazu gehört wohl das Erkennen eines Zieles für dieses Leben, das ganz darüber hinaus liegt und die Ausrichtung des Lebens darauf.

Wie unangebracht muss es da erscheinen, wenn nun jemand daher kommt, jemand der über diese Dinge natürlich selbst keineswegs vollständig erhaben ist, und das alles in Frage stellt, den Wert des „Glücks“ für dieses Leben, die durch das leben in Sünde verursachte Entfernung von Gott, das entwickeln und praktizieren von privaten „Glaubenslehren“. Es muss ja so erscheinen, als wäre der, der es eigentlich gut meint, feindlicher Gesinnung und würde alles nur schlecht reden wollen, was sich da so erschaffen wurde.

In der irrigen Annahme, alleine aus Toleranz, Achtung und Respekt vor den Entscheidungen und „Lebensentwürfen“ Anderer seine eigene Meinung zurückzuhalten, da es einen ja nichts angeht und jeder machen kann, was er möchte und wie er denkt, macht man sich aber doch zum einen mitschuldig, zum anderen tut man dieses doch auch nur aus Gründen einer bequemlichkeitsorientierten Haltung heraus, in der einem das momentane Glück, die Harmonie mit dem Mitmenschen mehr wert ist, als dessen Seelenheil.

Es geht nicht darum jemandem plakativ irgendwelche Fehler vorzuhalten, von denen man selbst wahrlich mehr als genug hat.  Vor allem geht es nicht darum das zu  tun um seine eigene Großartigkeit zu unterstreichen, was sicherlich leicht passieren kann. Aber wie könnte man wiederum nur an sich selbst und sein eigenes Streben nach Heiligkeit denken und während man einen Mitmenschen in sein Verderben laufen sieht?

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