Vom Teufel gef….


Um es mal ganz deutlich zu sagen. 

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Ja, zugegeben, ich bin leider recht leicht zu provozieren… Und ich ärgere mich schnell. Auch wenn ich eigentlich weiß, ich sollte drüber stehen. Es ist noch ein weiter Weg zur Weisheit.

Im Augenblick stelle ich mir die Frage, wie sinnvoll es ist, überhaupt über Dinge nachzudenken oder gar zu schreiben, die einen ärgern. Zum einen, weil man sich so ja nur umso mehr in den Ärger hineinsteigern könnte, zum anderen, in wieweit hat man eigentlich das Recht sich über die Ansichten anderer Menschen zu ärgern.

Und doch, Es handelt sich hier um den tragischen Fall einer, an die Verlockungen der Welt und des Teufels verlorenen Seele. Und es lässt mich einfach nicht kalt, wenn jemand, der / die mir als gläubiger Katholik und eifriger Kirchgänger bekannt war, sich urplötzlich damit brüstet,  der Kirche den Rücken gekehrt zu haben. Weil es der Kirche an Liebe mangele. Namentlich an körperlicher.
Die doch nun absolut unerlässlich sei für jeden Menschen. Offensichtlich, so durfte ich erfahren, wäre die Erde ein besserer Ort, wenn nur jeder fleißig sexuellen Tätigkeiten nachgeht… Gerne auch mit Hinz und Kunz. Hauptsache, man tauscht eifrig Liebe aus.

Nein, es ist nicht so, dass es mich stört und empört, solche Reden. Weil es mich im Grunde nicht wirklich interessiert, inhaltlich meine ich.  Was mich daran immens an ficht, ist dieses Erleuchtungs-gebaren… Ich arme Wurst habe es nämlich einfach noch nicht begriffen. Ich wandle in der Finsternis des Katholizismus und seiner Liebes-und Leibfeindlichkeit. Offenbar, so lehrte man mich,  füge ich mir und meinem Hausheiden auch großen Schaden durch Enthaltsamkeit zu. Jetzt habe ich persönlich keineswegs den Eindruck, dass die Liebe Schaden nähme, durch Körperlosigkeit. Ich möchte sogar meinen, sie gewinnt an geistiger Tiefe. Und Angesichts der Tatsache, dass man in einer Beziehung, einer Ehe, Dinge, wie beispielsweise die Frage nach der Farbe und Beschaffenheit des neuen Wohnzimmerteppichs schwerlich mittels koitaler Interaktion zu beantworten vermag, halte ich ein tiefes geistiges Einvernehmen für erstrebenswerter als die Anzahl sexueller Höhepunkte pro Akt. Auch wenn ich nicht in Abrede stellen möchte, dass sich hieraus eine Art Wohnzimmerteppichfarbenorakel generieren ließe.

Ich sehe hier, wie jemand sich gänzlich sich selbst zugewandt hat und überhaupt nicht mehr empfänglich zu sein scheint, für die Liebe Gottes. Ich kann hier nur für mich sprechen, aber nichts, gar nichts an körperlicher Empfindung kommt auch nur im Ansatz dem nahe, was ich empfinde, wenn ich erfüllt bin mit der Liebe für und von Gott, wenn ich glaube aus nichts als Liebe zu bestehen und mir wünsche, dieser Moment würde niemals enden und ich müsste nie wieder ich sein, könnte mich vollkommen auflösen in dieser Liebe. Wenn ich weine vor Glück.

Das vermag kein Mensch.  Nicht falsch verstehen, natürlich sollen Menschen einander lieben, auch gerne körperlich unter den üblichen Bedingungen. Aber die Liebe der Menschen untereinander als das Höchste und Heiligste, das einzige zu betrachtet, das zeigt mir deutlich, aus welcher Richtung das Bestreben kommt.

Und worüber hatte ich mich nun geärgert? Wohl dass man mir vorwarf verblendet zu sein und keine Ahnung zu haben. Aber das aus dem Munde eines offensichtlich irrenden Menschen, sollte einen doch wirklich nicht berühren, nicht in Form von Ärger, der doch nur von verletzter Eitelkeit kündet und der einen nur selbst in die Sündhaftigkeit führt. 2:0 für den Leibhaftigen? Never!!!!

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5 Gedanken zu “Vom Teufel gef….

  1. Es ist ein ziemlich verbreiteter Wahnsinn, Sex und Liebe genau gleichzusetzen. Und da frag ich mich ganz boshaft: Lieben solche Leute eigentlich ihre Mutter? Ihre Kinder? Ihre Freunde (alle)?
    Hmmm… in diesem Sinne vielleicht lieber doch nicht?

    Sex ohne Liebe ist eine Sauerei.
    Sex mit Liebe ist schön und, soweit im Rahmen christlicher Sexualmoral, wundervoll.
    Liebe ohne Sex ist – Liebe.

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    1. Die Frage nach der Liebe zu Eltern, Kindern und Freunden sollte man in solchen Fällen eigentlich mal stellen. Da wär ich doch mal auf die Antwort gespannt.

      Was ich einfach nicht begreife ist, dass in unserer Gesellschaft alle nur erdenklichen Formen von Sexualität anerkannt sind, nicht aber der Zölibat oder voreheliche Enthaltsamkeit.

      Gefällt 1 Person

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