Adsum

über Mütter und Söhne

Mein Altar-Neid scheint ins unermessliche zu wachsen. Träumte mir doch vorgestern Nacht, in einem Priesterseminar zu weilen. Unerkannt als Frau. Aber in ständiger Furcht, es würde sicher bald rauskommen. Nun bin ich ja, wie man sich sicher denken kann, weder eine Befürworterin des Frauenpriestertums noch überzeugter Fan einer Päpstin Johanna.

Wie ich an anderer Stelle schon mal zugab, betrachte ich es als das größte Opfer meines Lebens, nur ein Weib sein zu dürfen. Doch auch daraus lässt sich ja was machen… 😉

Kann es also für eine Mutter, wenn sie anders die Dinge im Lichte des Glaubens betrachtet, ein größeres Glück geben, als einen Sohn zu haben, dem diese hohe und segensreiche priesterliche Würde übertragen ist, als die Mutter eines Priesters zu sein? „Von nun an“, so sprach die heil. Jungfrau in dem Bewußtsein Mutter des Erlösers der Welt, des göttlichen Heilandes zu sein, „von nun an werden alle Geschlechter mich selig preisen.“ Dasselbe Wort darf auch die christliche Mutter in den Mund nehmen, wenn ihr Sohn Priester wird. Hat nicht in der That die Mutter eines Priesters eine gewisse Aehnlichkeit mit der h. Jungfrau? Wie Maria der Welt den Erlöser gab, der ihr Heil brachte, so giebt diese Mutter der Welt einen Priester, der ihr das von Christo bereitete Heil bringt und vermittelt.[…]
Selig die Mutter eines Priesters! Und wenn der Segen, welcher von einem guten Priester ausgeht, so groß ist, wird dann nicht auch die Mutter, welche der Kirche diesen frommen Priester herangebildet und gegeben hat, an demselben und also auch an dem Lohne desselben Theil haben?

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Disziplin und Inspiration

über eine legitime Art zu lieben

Die Geißelung unseres Herrn ist unter allen Martern, die er ausgestanden hat, diejenige, welche Buße und Eifer am leichtesten nachahmen können. […]Und wenn es nicht rathsam ist, sie allen und jeden Personen anzurathen; so ist es noch weniger rathsam, sie allen zu untersagen. Man kann nicht ohne Verwegenheit eine Bußübung verdammen oder verachten, welche so viele Heilige gebraucht, so viele weise Stifter der Orden vorgeschrieben und empfohlen haben […] Sich der aus Buße gegebenen Züchtigung schämen, heißt gewissermaßen, sich der Geißelung Jesu Christi schämen. Wenn diese Uebung demüthigend ist; so war es ja die Strafe der Geisselung nicht weniger […]Sich regelmäßig und mäßig peitschen, vereinigt uns mit der Geisselung Jesu Christi, eignet uns ein Verdienst zu, prägt uns das Andenken daran ein, und reizt uns zur Dankbarkeit. Es demüthigt das Fleisch, zähmt es, macht es unterwürfig, büßt seine Ausschweifungen, und unterdrückt seine Bewegungen und Empörungen; es unterhält die Inbrunst und Fröhlichkeit des Geistes, vertreibt die bösen Gedanken, reißt ihn aus dem Schlummer, aus der Trägheit und Verdrossenheit, denen er sich von Natur so gern überläßt, und macht ihn geschickter, sich zu Gott zu erheben, und himmlische Sachen zu schmecken.[…] Denn wir dürfen unser Leben nicht ohne alle körperliche Bußübung und Aehnlichkeit mit unserem Heilande zubringen, wenn wir Erben seiner Herrlichkeit werden wollen.

Bonaventure Giraudeau, Das betrachtete Evangelium auf alle Tage im Jahre, nach der Übereinstimmung der vier Evangelisten, siebenter Theil

„Du trägst sowas doch nicht etwa, oder?“ lautete eine privat geäußerte Frage zu meinem letzten Beitrag, dem Foto eines Bußgürtels.

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Brechmittel

 Weil es so schön ist, mal wieder ein paar Defekte…

„Wenn etwas Giftiges in den Kelch gefallen ist, so muß der konsekrierte Wein in einen anderen Kelch reponiert und anderer Wein (mit Wasser) konsekriert werden. Nach beendigter Messe soll das reponierte hl. Blut durch ein leinenes Tuch oder Baumwolle aufgesogen und sobald es getrocknet ist, verbrannt und in das Sakrarium gethan werden.“ 1)

„Spürt Celebrant nach der Sumtion eine Vergiftung, so nehme er ein Brechmittel und verfahre wie bei b.“ 2)

Der Vollständigkeit halber, hier besagter Punkt b):

“ b) Ist das Erbrechen nach der Sumtion eingetreten und ist im Erbrochenen die hl. Species zu sehen, so sumiere er dieselbe oder wenn sie nicht sumiert werden kann, bewahre er sie in einem besonderen Gefäße an einem angemessenen Orte auf, bis sie korrumpiert ist, um sie nachher in das Sakrarium zu geben. Das Erbrochene wird mit Flachs oder Baumwolle aufgetrocknet, verbrannt und de Asche in das Sakrarium geworfen. Ist keine Species mehr zu finden, so gilt sie als aufgelöst, trotzdem wird das Erbrochene aufgetrocknet und verbrannt.“ 3)

Gerade kann ich mich der Vorstellung nicht erwehren, dass wieder und wieder  von dem Hinweis im ersten Halbsatz Gebrauch gemacht werden könnte…..


 

Ph. Hartmann; Repertorium Rituum: Übersichtliche Zusammenstellung der Wichtigsten Ritualvorschriften für die priesterlichen Funktionen; 1898

1) Die übrigen beim heiligen Dienst möglichen Defekte 12. b
2)Defekt der körperlichen Disposition 2. c
3)Defekt der körperlichen Disposition 2. b