Förderungsmittel der Frömmigkeit

Manchmal ist es genau so

Die Rubriken sind die heilige Bestimmung zur Verherrlichung des großen Mysteriums, worauf sie sich beziehen; sie schreiben die Gebräuche und die Ceremonien vor, welche dabey zu  beobachten sind, und das Concilium von Trient nennt sie Bilder des Glaubens, Förderungsmittel der Frömmigkeit, Merkzeichen der Religion. Ein Priester wird daher mit Ehrerbietung ihrer achten, sie lieben, treulich befolgen, vor Nichtbeachtung derselben sich hüten und wissen, daß Uebersehen des einen oder andern eine läßliche, absichtliches Unterlassen mehrerer in einer und derselben Messe eine tödtliche Sünde ist.

Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

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Ehrfurcht, heilige Scheu und Liebe

Weil es einfach nicht aufhört zu schmerzen

Denn überhaupt soll diese heilige Handlung stets mit Andacht, Frömmigkeit und lebendigem Glauben zuerst in dem Herzen begonnen werden.
Man muß von dem Priester sagen können, was der heilige Paulus in dem Brief an die Hebräer von Moses sagt: „ Er hielt sich an den, den er nicht sah, als suche er ihn.“ Sein Glaube muß ihm, den unter den eucharistischen Stoffen verborgenen Gott zeigen, und dieses jene heilige Scheu in ihm wecken, von der in Gegenwart des dreimal heiligen Gottes eine Seele durchdrungen seyn und in jener Liebe brennen soll, welche dieselbe vor dem Angesicht desjenigen aufzehrt, der Tag täglich die staunenswerthesten Wunder verrichtet, um mit ihr sich zu einigen.

Fühlt sich ein Priester durch diesen Glauben belebt, so wird auch sein Äusseres das Gepräge der Ehrfurcht, der heiligen Scheu , der Liebe an sich tragen, und in ernstem Auftreten, in demüthiger und bescheidener Haltung in andachtsvollem Blick, in einfachem aber frommem und salbungsvollem Ton bey den Gebeten wird die innere Stimmung sich bemerklich machen, die Umstehenden ergreifen, den Glauben in ihnen anfachen, die tiefste Ehrfurcht für das heiligste Mysterium in ihnen wecken, den lebendigsten Eindruck auf sie bewirken und die Gefühle, von denen der Celebrirende durchdrungen ist, auch in ihnen hervorrufen.

Deßwegen ist der Anblick eines Priesters, der fromm, andächtig, glaubensfreudig die heilige Messe liest, oftmals eine herzbewegendere, überzeugendere, wirksamere Predigt, als die bestgesetzte Rede..

Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

Wenn über deinem Haupte ein Schwert

nur ein bisschen Beicht-Werbung

 

Wenn über deinem Haupte ein Schwert schweben würde, das nur an einem schwachen Faden befestiget ist, das also jeden Augenblick herabfallen kann, und wenn es herabfällt, dir den schmerzlichsten Tod bereitet: würdest du noch eine vergnügte Stunde haben?

Nun wirst du aber bloß mit dem schwachen Faden des Lebens über den Abgrund der Hölle gehalten, in jeder Minute kann dieser Faden reißen, und dann sinkst du in den ewigen Feuerpfuhl hinab, aus welchem es keine Rettung mehr gibt. Und du wirst von dieser Gefahr nicht gerührt, lebst leichtsinnig dahin und verschiebst den Gebrauch des Rettungsmittels in die ungewisse Zukunft hinaus! IMG_0016~2

Wenn du leiblich erkrankest, wartest du vielleicht auch dann mit der ärztlichen Hilfe bis zum Augenblicke, wo jede Rettung unmöglich ist? In diesem Falle kann man dir nicht schnell genug die Hilfe bringen; die geringste Zögerung scheint dir bedenklich zu seyn.

Aber ist denn die Seele nicht mehr als der Leib? Ist es nicht unverständig, für die Erhaltung des zeitlichen Lebens so besorgt zu seyn, das ewige aber einem blinden Ohngefähr Preis zu geben?

Dr. Thomas Wiser, „Der Christ in der Buße, oder ausführliche Anleitung, eine würdige Beicht abzulegen“; München 1845

 

Vom Sakrarium-Monster

Sakrarium-Monster, das

 Pl.: Die Sakrarium-Monster, das Sakrarien-Monster hingegen, stellt ein wohlhabendes Exemplar seiner Art dar und bewohnt zeitweise ein Zweit-oder Feriensakrarium

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Bei Sakrarium- Monstern handelt es sich um eine noch wenig dokumentierte, sehr scheue Lebensform, deren natürliches Habitat hauptsächlich Sakrarien darstellen. . Es ernährt sich in der Hauptsache von konsekrierten…“Überresten“, hat aber eine große Schwäche für Hostien. Aus diesem Grund kommt es gelegentlich vor, dass sich einzelne Exemplare unbemerkt im Tabernakel einschließen lassen. Daher kann es ratsam sein, vor Beginn der hl. Messe, den Tabernakel auf An-oder Abwesenheit des Sakrarium-Monsters, sowie bereits konsekrierter Hostien, zu  überprüfen.

Wenngleich es Menschen gegenüber an sich nicht gefährlich ist, sind Fälle bekannt, in denen besonders hungrige Sakrarium-Monster den Zelebranten während des Kanon mit einer Pistole bedrohten und auf Herausgabe der gewandelten Hostie drängten.

Mit ein wenig Geduld kann es gelingen, dass das Monster nach einiger Zeit zutraulich wird. Dann kann es durchaus zu einem treuen Freund werden. Nicht vergessen sollte man jedoch, es handelt sich um eine wilde Lebensform und somit sei immer eine gewisse Vorsicht angeraten.

Da Sakrarium-Monster sehr schreckhaft und ausgesprochen lichtempfindlich sind, sind Lichtbildaufnahmen sehr selten. Einfacher kann es sein, einen zutraulicheren Vertreter seiner Art zeichnerisch zu porträtieren.

 

Süße Vertraulichkeit

Liebreiches zum Wochenende

…einfach mal so, weil’s so schön ist… ♥

Endlich erzeugt dieses Sakrament Liebe. Die Seele sieht da ihren Geliebten sie erfreut sich seiner Gegenwart; sie nimmt ihn in ihr Herz auf  sie wird da mit seinen Gutthaten überhäuft, sie bereichert sich da mit seinen Verdiensten, sie genießt da seine Süßigkeit und seine Tröstungen; sie hält ihn fest, umfängt ihn, redet mit ihm, hört ihn an; sie wird sogar in ihn umgewandelt. Die Erkenntniß erzeugt Liebe; die Gegenwart nährt diese Liebe; die Gutthaten fesseln sie; die Wonne umfängt sie. Und wie sollte eine Seele Jesum in diesem göttlichen Sakramente nicht lieben, wo er sich sehen, fühlen, genießen läßt-  wo er so vertraulich mit ihr umgeht, ihr seine Zuneigung bringt, sein Herz öffnet, sie seiner Gottheit theilhaftig macht, mit seinen Gnaden überhäuft?
„Jesus unsere Liebe im allerheiligsten Altar-Sakramente, als Opfer, das wir darbringen, als Speise die wir genießen, als Freund den wir besuchen“, K. Zwickenpflug, Regensburg 1854

 

Glücklich mit Rubriken

Weil sein muss, was sein muss

Über Musikkritiker sagt man ja gerne, sie seien verhinderte Musiker, die ihren Frust über ihr fehlendes Talent durch das Bewerten derer, die es geschafft haben, abbauen. Ich selbst wäre eigentlich gerne Opernsängerin geworden. Hat nicht geklappt. Ja, selbst zum Opernkritiker hat´s nicht gereicht. (nicht, dass ich es je versucht hätte…) Stattdessen sitze ich nun Sonn-und gelegentlich Werktäglich in der Kirche, gelb vor Neid, dass ich ein Mädchen bin und warte auf Fehler, über die ich mich dann auslassen kann. Ganz schön erbärmlich.

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Weise Reformation…

Bedenkenswerter Gedanke

Man darf also kühn sagen: das erste und
höchste Gebot aller weisen Reformation in der Liturgie ist dies:
bilde du dem Volke zuerst erleuchtete, gottselige Priester.
Denn diese werden nicht nur alle liturgische Handlungen mit
Geist und Leben durchdringen, sie werden auch noch ein anderes,
großes Stück Vorarbeit thun, das vor aller weitern Reformation
gethan werden muß; sie werden das Volk mit Beispiel und
Wort, im Geiste und aus seinem Herzen beten lehren. Hat
aber das Volk einmal gelernt, im Geiste und aus dem Herzen
zu beten, so wird es die Grund- und Muttersprache, die Natursprache alles Gottesdienstes, in die Kirche mitbringen, und diese Natur-, Grund- und Muttersprache auch an dem lateinischen oder
griechischen Priester vernehmen und verstehen.

Dr. Jakob Fluck „Katholische Liturgik, Erster Theil.Der sakramentale Kultus“, Regensburg 1853

Hätte man ja mal versuchen können..