nun also zum Te igitur

Ein Exkurs in die staubtrockenen Untiefen der Rubrizistik

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Mich auf sehr dünnes Eis begebend, schreibe ich:  

Der Anfang des Gebetes wird eingeleitet bzw. ist begleitet von Zeremonien, welche nachdrucksvoll dem Inhalt der Worte zur Verstärkung dienen. Bevor der Priester seine Bitte vorträgt, erhebt er Hände und Augen, um den Aufschwung seiner Seele auszudrücken und um anzudeuten, dass er den Vater im Himmel anrede und bei Gott in der Höhe Hilfe suche. Sogleich aber senkt er wiederum Augen und Hände, neigt sich tief und legt die gefalteten Hände auf den Altar.
Gihr – Das heilige Messopfer

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Wenn ein Wunder verschwindet…

…durch einen Windstoß, von einem Tierchen verschleppt… oder wiederum gar durch ein Wunder….?

Ach, wie fehlt mir doch das Wunder….Gerade im direkten Vergleich. Es ist beinahe, als würde man es einfach nicht mehr für möglich halten…

Si Hostia consecrata dispareat, vel
casu aliquo, ut vento, aut miraculo, vel
ab aliquo animali accepta, et nequeat reperiri;
tunc altera consecretur ab eo loco
incipiendo: Qui pridie quam pateretur, facta
ejus prius oblatione, ut supra.

Si Hostia consecrata dispareat, vel
casu aliquo, ut vento,                   vel
ab aliquo animali accepta, et nequeat reperiri;
tunc altera consecretur ab eo loco
incipiendo: Qui pridie quam pateretur, facta
eius prius oblatione, ut supra.

 

 

Graviter et decore

Diese und jene Gedanken zur Inzensation des Altares

 

Das Rauchfass soll bei seiner Rückbewegung hörbar an die Ketten anschlagen
W.Lurz „Ritus und Rubriken der heiligen Messe“

Da ich heute wenig zu tun aber wie immer viel zu sagen hatte, übte ich mich mal in einer kleinen, unvollkommenen, aber hoffentlich nicht gänzlich fehlerbehafteten Beschreibung der Altarinzensation

Nicht, dass ich hier wirklich oft richtig Fehlerhaftes zu sehen bekäme. Aber so richtig schön ist es leider auch meistens nicht. Warum das so ist, nicht falsch, aber auch nicht schön, habe ich natürlich im Detail erörtert und wie immer jede Menge Meinung dazu.

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Sub gravi, or not…

…die Rubriken sind deine Freunde.

 

Wenn er am Altar stehend, Christus repräsentiert, sollte er alle individuellen Eigentümlichkeiten, selbst die kleinste Übertreibung, alles was die Aufmerksam auf seine Person zieht und von der erhabenen Handlung die er ausführt, ablenkt, ablegen.
Dabei helfen jene Rubriken, die die Handhaltung des Zelebranten, die Bewegungen seiner Augen und die verschiedenen liturgischen Gesten betreffen, nicht nur Anmutungen von Unehrerbietigkeit, Gleichgültigkeit oder Achtlosigkeit, sondern auch alle Eigenarten oder Überspanntheiten, selbst die scheinbar frommer Gesinnung, zu beseitigen. Die Rubriken halten des Zelebranten Bewegungen, Blicke und seine Stimme innerhalb enger Grenzen. Regeln, die, eine geistliche Disziplin darstellend, die Heiligung des Priesters fördern

J.B. O’Connell The celebration of mass

Meine spezielle Sorge, Aufmerksamkeit, sowie regelmäßige Wutausbrüche gelten ja seit jeher in der Hauptsache jenen  Quereinsteigern,  die eigentlich und hauptsächlich in der Neuen Messe zuhause sind. Die also jedwede Freiheit bei der Zelebration gewohnt sind. Und deren rituelle (Selbst-)Disziplinierung eine nicht geringe Herausforderung darzustellen scheint. Darüber hinaus ist es eine ziemlich neue und neue Dinge erfordern manchmal neue Methoden.

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Spielregeln

Was mein Hausheide und ich gemeinsam haben?

Wie mir dieser Tage ganz plötzlich auffiel, ganz offensichtlich eine gewisse Liebe zu Regelwerken an und für sich. Inhaltlich dürften es da allerdings den einen oder anderen Unterschied geben…

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Eine kleine, beispielhafte Auswahl von „Pen&Paper-Rollenspiel“-Büchern aus der Sammlung meines Heiden

The spirit of the rubrics

Vom Geist der Rubriken

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Was Theologen und Rubrizisten einmütig denken und lehren ist, dass der Zweck jeder Rubrik der ist, den Priester zu unterstützen in vollkommenster Weise die erhabenen Handlungen zur Ehre Gottes und Erbauung der Menschen zu vollziehen. Letztendlich ist es der Geist der Rubriken , mehr noch als deren Wortlaut, der entscheidend ist. Mit Ehrfurcht und Liebe zu Gott, aus Gehorsam und Ergebenheit zu seiner Kirche, sollen sie, jede einzelne, befolgt werden.

J.B. O’Connell The celebration of mass

 

Dass im übrigen bei allem liturgischem Tun die echt priesterliche Gesinnung die Hauptsache ist, versteht sich für jeden Einsichtigen von selbst. „Der Buchstabe tötet, der Geist ist´s der lebendig macht!“(2.Kor 3,6)

W.Lurz Ritus und Rubriken der heiligen Messe

Beide Zitate beschließen jeweils einen kurzen Abschnitt, der sich Grad und Schwere der Verpflichtung den Rubriken gegenüber und damit einhergehend auch über Schwere der Schuld bei Nichtbeachtung beschäftigt. Ein Thema, dessen ausführliche Betrachtung und Diskussion der Moraltheolgie zufällt.
Dennoch muss es natürlich auch in einem rubrizistischen Werk, wenigstens ansatzweise Erwähnung finden, ist es ja doch zum einen nicht ganz unerheblich von einer gewissen unterschiedlichen Gewichtung Kenntnis zu haben, zum anderen weil es deutlich vor Augen führt, was selbst ich, in meinen diversen Meckereien immer wieder betont habe und betone, es geht nicht um hier und da einen Fehler, eine Unachtsamkeit, eine versehentliche Übertretung. Das wesentliche ist die innere Haltung, die Einsicht und das Wollen. Und wenn diese in der rechten Weise vorhanden sind, befolgen sich die Rubriken quasi von alleine.
Der Geist eines Regelwerks kann nur in der Befolgung desselben liegen. Und wer von diesem Geist quasi … erfasst ist, will es tun. Und tut es dann einfach. Vielleicht nicht immer völlig korrekt, aber aus tiefster Überzeugung und mit dem Vorsatz jede einzelne Rubrik zu beachten..

 

 

Wein, Wasser und das Kreuzzeichen

wissen, was man sieht…

Da mir gerade selbst mal wieder klar wurde, wie gut und wichtig doch das gelegentliche Studium guter Messerklärungen ist…

Wie die Hostie wird auch der Kelch dem himmlischen Vater geweiht und dargebracht: der Opferung geht aber die Herrichtung voraus.

Diese umfasst Einschenkung des Weines in den Kelch sowie dessen Mischung mit Wasser, das vorher durch ein Kreuzzeichen gesegnet wird. Die Symbolik der Mischung von Wein und Wasser ist hier vor Augen zu haben, um Grund und Sinn dieses Kreuzzeichens zu finden, welches in Requiemsmessen unterbleibt. Es fragt sich, warum das Kreuzzeichen nicht über den Wein, sondern nur über das Wasser gemacht werde, und warum in den Seelenmessen auch die Segnung des Wassers wegfalle.

Die begründetste Erklärung stützt sich auf die symbolische Bedeutung, welche der Mischung des Weines und Wassers innewohnt. Der Wein sinnbildet Christus, der keines Segens Bedarf und dem aus seiner Vereinigung mit dem Volke keine Güter zufließen: darum wird er nicht gesegnet. Das Wasser stellt die Gläubigen dar, welche gar sehr der göttlichen Gnade bedürftig sind und welchen aus ihrer Vereinigung mit Christus der größte geistliche Gewinn erwächst: dies soll ausgedrückt werden durch das Zeichen des Kreuzes, welches über das Wasser gebildet wird vor Eingießung in den Wein. Das Kreuzzeichen gilt also nicht sowohl dem Wasser an sich als vielmehr dem durch das Wasser bezeichneten Volke. Daraus erklärt sich dann, warum es in den Totenmessen ausfällt. Der ganze Ritus derselben zielt nämlich dahin, daß den Verstorbenen  möglichst reicher Trost zufließe: darum wird manches weggelassen, was auf jene Frucht hindeutet, welche die Anwesenden bzw. die Lebenden überhaupt aus dem Opfer schöpfen. So macht z.B. der Zelebrant beim Introitus das Kreuzzeichen nicht über sich, sondern über dem Buch, und am Schluß erteilt er den Beiwohnenden keinen Segen. Aus dem selben Grund unterlässt er es beim Offertorium, das Wasser, d.h. das Volk der Gläubigen, mit dem Kreuze zu segnen.

Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt