Bedenke, du gehst in die Diaspora!

Aus dem familiären Nähkästchen…

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Am weißen Sonntag vor 93 Jahren empfing die kleine Luise, die einmal meine Oma sein würde,  in der Pfarrkirche zu Meckenhausen zum ersten Mal den Herrn. Niemand konnte damals ahnen, dass jene kleine Luise noch im hohen Alter von über 80 Jahren noch Protestantin werden würde. Aus praktischen Gründen, und weil es doch sowieso im Grunde das Selbe ist.

Dabei hatte der Pfarrer sie noch gewarnt „Bedenke Luise, du gehst in die Diaspora. Du wirst vielleicht einen evangelischen Mann kennenlernen. Sieh dich vor! “ Nun, das Unglück nahm seinen Lauf und es kam genau so. (Merke: Der Pfarrer hat immer recht! Es sei denn, natürlich, er redet Unsinn… )

Trotz allem glaube ich sicher, hätte sie mir nicht immer und immer wieder mit großer Begeisterung (und eine gewissen Wehmut, das weiß ich genau!) erzählt wie das früher war, in der Messe, an Werk-und Feiertagen, jeden Tag, früh morgens  vor der Schule. Vom knien, vom vielen Latein. Von der Firmung mit „Backenstreich“ (was mich immer besonders beeindruckt hat), vom Rosenkranz, Heiligen und Requiem, ich wäre heute wohl immer noch nicht katholisch. Und – der muss jetzt noch sein – wie könnte man je mit der neuen Messe glücklich werden, wenn einem die alte quasi in die Wiege gelegt wurde…

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2 Gedanken zu “Bedenke, du gehst in die Diaspora!

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