Früher…

… war mehr Lametta.

oder doch zumindest die…

IMG_0065~2

…Präfation von Weihnachten an Fronleichnam und in dessen Oktav.

 

Das Fronleichnamsfest, sowie die Feste des heiligen Namens Jesu und der Verklärung stehen in spezieller Beziehung zur Menschheit Christi und haben deshalb die Weihnachtspräfation.
Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt

IMG_0064~2

 

Früher war auch mehr Oktav… Ach…

(Für den Fall, dass „man“ sich noch besönne und eine gewisse „Schiffssymbolik“ kurzfristig umzudeuten gedächte. Es gäbe da noch dieses Weihnachtslied… Es kommt ein Schiff, geladen.. Nur so als Idee…)

 

Advertisements

Das Objekt bestimmt die Richtung

Über die Inklinationen des Hauptes, die auf der Epistelseite zu machen sind.


(wir bleiben also noch ein wenig länger in den Untiefen der Rubrizistik)

 

Ritus Servandus V, 2 Missale vor 1962
“Cum nominatur nomen JESUS, caput versus Crucem inclinat: quod etiam facit cum nominátur in epistola. Et similiter ubicumque nominatur nomen B.Mariæ, vel Sanctorum de quibus dicitur Missa, vel fit Commemoratio: item in Oratione pro Papa, quando nominátur, semper caput inclinat, non tamen versus Crucem; nisi in loco principali Altaris habeatur simulacrum vel imago B. M. V. aut Sancti, ad quam caput inclinatur.”

 Ritus Servandus V, 2 Missale 1962
“Cum in oratione, vel alibi in Missa, pronuntiatur nomen IESU vel MARIAE, itemque cum exprimitur nomen Sancti vel Beati de quo dicitur Missa aut fit commemoratio, vel Summi Pontificis, sacerdos caput inclinat.“

 Eigentlich wollte ich  den Mantel des Schweigens über diese Änderung in den Rubriken des Missale von 1962 breiten.  Weil sie mir nicht gefällt. Das ist aber weder ein guter Grund, noch eine Lösung und so widme ich mich diesem Problem, in der Hoffnung, durch  sachliche Analyse zu einem zufriedenstellenden und angemessenen Interpretation zu gelangen.

Weiterlesen

Ausdruck des Sehnens

zur Erhebung der Hände

Wie die Erhebung der Augen, so ist auch die Erhebung der Hände beim Gebet im Naturgesetz begründet und erweist sich zunächst als sinnenfälliger Ausdruck des Sehnens der Seele nach Gott und der Erhebung des Gemüthes zu ihm, sodann zugleich je nach Verschiedenheit des Gebetsinhalts als Gestus dringlichen Verlangens nach Erhörung und Hilfe von oben oder als Ausdruck der Freude, des Dankes und des Jubels, welcher die Seele des Beters erfüllt und in religiös gehobene Stimmung versetzt (Präfationen, elevatio manuum bei Beginn des Gloria u. dgl.). Diese Grundbedeutung hat die Händeerhebung beim Gebete, mag sie in Form der extensio oder der junctio manuum ante pectus nach Vorschrift sich vollziehen. Im Ausbreiten rsp. Ausstrecken der Hände beim Gebet erblickten die Christen seit ältester Zeit auch eine Nachahmung des am Kreuze mit ausgespannten Armen opfernden und betenden Erlösers, eine Bedeutung, welche der extensio manuum auch jetzt noch gewahrt ist, sofern sie (mit wenigen Ausnahmen) nur in der heiligen Messe, als dem mystischen Vollzug des Kreuzopfers, vorkommt, während in der Liturgie der Sacramente, Sacramentalien und des Stundengebetes die Orationen nicht mit ausgebreiteten, sondern mit gefalteten Händen gesprochen werden. Bis in’s Einzelnste detaillirten liturgischen Vorschriften über das Erheben, Ausbreiten und Falten der Hände und über deren Auflegen auf dem Altar begegnen wir erst in den officiellen Ausgaben unserer liturgischen Bücher.

V.Thalhofer, „Handbuch der Katholischen Liturgik, 1883

 

Verlangen, Hoffen und Lieben

zum Erheben der Augen

Ziemlich oft ist dem Liturgen das Erheben der Augen zu Gott vorgeschrieben. Wohin das Verlangen, Hoffen und Lieben der Seele gerichtet ist, dahin wendet sich – wenn irgend möglich – ganz naturgemäß auch das leibliche Auge. Beim Gebet ist die Seele auf Gott gerichtet, der in den Himmeln thront. […] IMG_0041~2
Sehr natürlich daher, daß der Betende auch sein Sinnenauge zu Gott, zur Wohnstätte Gottes, zum Himmel erhebt, einmal um dadurch einem Drange der Natur gemäß das innerliche Erhabensein der Seele auch äußerlich zu manifestieren, sodann um durch dieses körperliche Aufblicken zu Gott den inneren Act der vertrauensvollen und liebenden Hingabe an ihn noch zu steigern, nachhaltiger und vollkommener zu machen.
In unserer katholischen Liturgie erhebt man vorschriftsmäßig die Augen entweder nur zu Anfang eines Gebets-oder resp. Kultactes, um sozusagen dessen Richtung und Ziel sinnenfällig anzudeuten, oder aber man läßt die Augen während des ganzen zugehörigen Gebetes zu dem Object desselben erhoben, resp. auf dasselbe hingerichtet, um durch solche Fixirung des Sinnenauges auch das Auge der Seele desto leichter fixiren, den inneren Gebetsact desto gesammelter un inniger vorbringen zu können.
[…]
Dadurch, daß dem Liturgen nur für die besprochenen Fälle das Erheben, resp. Zuwenden der Augen vorgeschrieben ist, will ihm gewiß nicht untersagt sein, auch außerdem, wo es in der Liturgie füglich geschehen kann, nach freiem Herzensdrang es zu vollziehen. Gewiß sehr passend und erbaulich ist es z.B:, wenn der Liturg jederzeit, so oft er  am Altare beim Oremus, beim Per Dominum nostrum, beim Gloria Patri eine inclinatio capitis gegen das Altarkreuz zu machen hat, vorerst seinen Blick zum Bildniß des Gekreuzigten erhebt; auch sonst, z.B. während des Gloria, Credo, wenn er auswendig betet, wird er gern den Blick zum Altarkreuz erheben, um leichter gesammelt und in gehobener Stimmung zu blieben.

V.Thalhofer, „Handbuch der Katholischen Liturgik, 1883