mein Alles

einmal mehr zur Beichte

Die Seele hat im Stand der Gnade Gott zu ihrem Vater, der sie liebt wie seine Tochter und in ihr wohnt wie in einem Tempel. Durch die Sünde aber verliert die Seele ihren Gott; aber seinen Gott verloren haben, welch ein Verlust? Verliere ich auch alle Schätze der Welt, besitze ich aber meinen Gott noch, so bin ich reich; besitze ich aber alle Reiche der Erde und verliere ich meinen Gott, so ist für mich Alles dahin; denn die Glückseligkeit der Heiligen im Himmel besteht darin, daß sie Gott besitzen, und das Unglück der Verdammten in der Hölle darin, daß sie Gott verloren haben.[…]
Bedenke es, o Mensch! die Sünde raubt dir den wahren Gott Himmels und der Erde, stößt dich aus der Zahl seiner Kinder, macht dich zur armseligen Waise, und du sollst dieses schreckliche Übel nicht bereuen? Der Verlust eines unbedeutenden Dinges, einer eitlen Ehre, eines hinfälligen Gutes, eines unverdienten Lobes kränkt dich oft tief. Untröstlich aber wirst du oft bei dem Verluste eines theuren Freundes, bei dem Tode einer werthen Person: und wie, wenn du dein Alles, deinen Gott verloren hast, kannst du gleichgiltig bleiben? Du sollst jene Raubmörderin, die Sünde, nicht bereuen? Die Sünde raubt uns die heiligmachende Gnade. Und welch ein Verlust ist nicht auch dieses.

Th.Wiser; Der Christ in der Buße oder ausführliche Anleitung, eine würdige Beicht abzulegen

 

Ich brauche manchmal deutliche Worte. Besonders dann, wenn ich merke, ich beginne mich in meinem sündigen Sumpf allmählich häuslich einzurichten. Wenn ich bei allem was ich tue, täglich, stündlich nachlässiger werde und  wenn ich mich dabei ertappe, das Beichten immer wieder aufzuschieben. Wenn eine Sünde die nächste nach sich zieht und sowieso eigentlich schon alles egal zu sein scheint. Wo man doch ohnehin schon schmutzig ist, was solls…?

Da helfen keine, gut gemeinten, beschwichtigenden Zusprüche, das all das doch gar nicht schlimm, man doch nur ein Mensch sei, es jedem so geht, man sich das Leben nicht schwer machen solle und immer nur an Sünde und Beichten denken. Ich will aber daran erinnert werden, dass ich sündige, wenn ich sündige und ich will traurig darüber sein, bereuen und endlich wieder lieb sein wollen….

 

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2 Gedanken zu “mein Alles

  1. Die Beichte ist für mich wie eine Dusche nach einem schwül-feuchten Tag: der klebrige Schweiß wird fortgeschwemmt und man ist wieder sauber. Tip für „Neueinsteiger“ (ist keine Schande nach 50 Jahren, in denen dieses Sakrament den Gläubigen gezielt verschwiegen wird): den Beichtvater sorgfältig wählen, wenn man sich nicht „gut aufgehoben“ fühlt, ruhig weiter suchen. Mit „gut aufgehoben meine ich aber nicht, dass der Priester möglichst geringe Bußen aufgibt 😉
    Für mich sehr lehrreich dazu: http://fsspx.de/de/news-events/news/die-beichte-sechs-vortr%C3%A4ge-16260

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    1. Genau! So geht´s mir auch. Und ich nehme mal an, vielen anderen ebenso. Manchmal ist es halt so, jedenfalls bin ich durchaus schon mal in diese Situation geraten, dass man das selbst kaum noch merkt. Oder auch ignoriert…

      Nein, möglichst geringe Bußen sollten wirklich kein Auswahlkriterium sein. Wobei ich auch nicht unbedingt den Beichtvater wechseln würde, nur weil er in dieser Hinsicht nicht so wahnsinnig streng ist.

      Herzlichen Dank für den Link!

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