Früchte eines bösen Baumes

Die Sünde setzt unsere Seele zugleich in einen solchen Zustand, daß wir alle Kraft zu anderweitig guten Werken verlieren. Auch die scheinbar tugendhaftesten Handlungen, wenn sie im Stand einer Todsünde verrichtet werden, gelten für die Ewigkeit nichts. Denn sie sind Früchte von einem bösen Baume, dessen Wurzel vergiftet ist. Strecke also gleichwohl der Sünder seine Hände gegen den Himmel aus und bringe er viele Stunden des Tages im Gebete zu, so wird dennoch Gott kein Wohlgefallen daran haben; übe der Sünder gleich wohl alle Bußwerke der strengsten Einsiedler und verrichte er alle Werke der Gottseligkeit und der christlichen Liebe, so sind es dennoch, so lange er in der Sünde bleibt, fruchtlose Bemühungen für den Himmel, und Gott findet kein Wohlgefallen daran, weil ihnen das Leben der Gnade abgeht. Denn der Herr sagt selbst von den Werken der Sünder: Euer Rauchwerk ist mir ein Gräuel, und meine Seele hasset euere Festtage. Sieh, wie elend hat dich die Sünde gemacht, und wie sollst du in Thränen der Reue über deinen traurigen Zustand zerfließen!

Th.Wiser; Der Christ in der Buße oder ausführliche Anleitung, eine würdige Beicht abzulegen

 

 

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