Die Sünde liebgewonnen

Der Verlust des Glaubens

Wie die Tugend des Glaubens vermehrt, so kann sie auch vermindert und gänzlich verloren werden. Vermindert wird sie durch die abnehmende Liebe zur Wahrheit, durch Alles, was den Geist für höhere Dinge abstumpft und ihn herunterzieht in die Gemeinheit des Lebens, oder durch gleichgültigen Nicht- oder Halbgebrauch der Gabe des Glaubens. Der lebendige Glaube wird verloren durch jede schwere Sünde, die uns der göttlichen Liebe und Gnade beraubt. Ist aber der
l e b e n d i g e  Glaube verloren, so kann zwar, wie wir gesehen, der wahre Glaube noch bestehen bleiben, doch ist der todte Glaube sehr der Gefahr ausgesetzt, geradezu in Unglauben überzugehen. Denn die unheilige, gottentfremdete Gesinnung ist das vorzüglichste Hinderniß wie der Annahme, so auch der Bewahrung des Glaubens; wer die Sünde liebgewonnen hat und nicht von ihr scheiden will, wird die Wahrheit hassen; weil die Wahrheit ihm den Genuß der Sünde verbittert, wird er wünschen, daß sie nicht Wahrheit sei, und Scheingründe, zufällig zusammen gerafft, werden ihm genügen, sich dieser Störerin seiner Freuden zu entledigen. […] Auch ist zu beachten, daß der Glaube eine Gnade ist, und daß Gnaden, die wir nicht gebrauchen, oder die wir zu unserm Verderben mißbrauchen, uns leicht entzogen werden.

Konrad Martin „Lehrbuch der katholischen Moral“ , Mainz 1855

 

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Brennesseln und Brombeerhecken

Biologisch bedenkenlose Bußübungen… (oder so)

260701

Neulich inspirierte mich eine illegal in einem Blumenkübel auf meinem Balkon wachsende Brennessel zu einigen laut gedachten, und eigentlich nur scherzhaft gemeinten, Gedanken über Bußwerkzeuge aus der Natur. (Zu denen sicherlich ein Spaziergang durch eine Brennesselkolonie oder auch ein beherzter Sprung in eine Brombeerhecke gehören können…. aber ich möchte das hier jetzt nicht weiter ausführen oder gar empfehlen)

Ahnen hätte ich müssen, dass solcherlei Gedanken, zum weiten Feld der körperlichen Bußübungen gehörend, nicht innerhalb eines halben Jahres plötzlich auf große Begeisterung stoßen würden. (nicht einmal, im Spaß angesprochen)
Solange ist es etwa her, dass ich dazu schon mal geschrieben und im Vorfeld dazu anderer Leute Meinung gehört habe. Die sich also nun nicht wesentlich geändert hat. Man bleibt bei:

Das ist total krank!
Das hat man früher gemacht, aber heute braucht man das doch nicht mehr!
Das Leben hält doch genug Schwierigkeiten für uns bereit!

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Schön

Über die Grenze einer Ansichtssache

Ein Dialog zum Ende eines Schuljahrs

X: Ich habe eine 6 im Zeugnis. In Mathe. Das heißt, ich werde nicht versetzt. Ich kann gar nicht verstehen, wie das kommen konnte. Ich habe immer alles richtig gemacht.

Y: Immer alles richtig? Mit Verlaub, aber kein Lehrer würde dich derart benoten, wenn du alles richtig gemacht hättest. Was war denn die begründung deines Lehrers für diese Benotung?

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