unbekannte Quacksalber

Zur Wahl des Beichtvaters

Wegen der Wahl des Beichtvaters fordert es die Wichtigkeit der Sache, ein heilsames Wort anzubringen. Die Kirche weiset einen jeden, wenigstens der Osterbeichte halber an seinen eigenen Priester. Und wer kann läugnen, daß es dem Hirten, der seine Schafe weiden, und für ihr ewiges Heil bey Gott stehen soll, unendlich viel daran liegt, sie genau zu kennen?  Daß es auch hingegen, besonders für solche Leute, die im Todtbette – und wie oft wird man vom Tode ganz schnell und unvermuthet überrascht? – keinen andern Beystand haben können, ungemein bedenklich ist, wenn der Seelsorger ihren Gewissensstand gar nicht kennet; hiemit da sie sich selbst zu erklären nicht wissen, oder nicht mehr vermögen, nur auf Gerathewohl für die ganze Ewigkeit verfahren muß? […]
Ein Beichtvater muß ein gerechter Richter, ein kluger und erfahrner Seelenarzt, ein erleuchteter Führer auf den Wegen Gottes seyn. […] Wer ist so thöricht, daß er sich in einer gefährlichen Krankheit einem unbekannten Quacksalber, oder seinen viel betragenden Handel dem nächsten beßten Sachwalter überläßt? Geschieht das nicht sehr oft im Betracht einer Wahl, von der das ewige Seelenheil abhängt?  Man glaubt, es liege nicht viel an diesem Richteramte; weil man sich beredet, es komme bloß auf die Lossprechung an, die man auch allein erwartet, und wohl gar mit Ungestümme fordert: jedoch Gott hat seinen Priestern die Gewalt zu lösen nur unter der Bedingniß gegeben, wenn wir der Vergebung würdig, und dazu genugsam bereitet kommen: sonst haben sie die Pflicht zu binden, und ihre Lossprechung ist ungültig

S. Schwarzhueber,“Praktisch katholisches Religionshandbuch für nachdenkende Christen,“ , Salzburg, 1808

Und wieder einmal habe ich ein, wie ich finde, sehr hübsches Textlein aufgetan, das ich gerne teilen möchte. Weil ich finde: „sooo wahr!“

Auch wenn ich nach wie vor nicht auf jahrzehntelange Beichterfahrung zurückblicken kann. Nach einiger Zeit des Vagabundierens bin ich in letzter Zeit auch auf den Geschmack des „Bekannt-Beichtens“ gekommen. Abgesehen von den praktischen Vorteilen, dass man beispielsweise nicht jedes Mal seine halbe Lebensgeschichte erzählen muss ist es, wie ich finde, sehr viel ergiebiger. So mittel- bis langfristig gesehen…

Äußerst bedenkenswert erscheint mir auch die Sache mit dem Totenbett. Bei nächster Gelegenheit werde ich das einem Praxistest unterziehen. Ich sage mal nichts und lasse  erstmal raten. Sollte das Ergebnis wenig zufriedenstellend ausfallen, was ich eigentlich nicht erwarte, werde ich mich selbstverständlich ganz besonders um einen möglichst risikoarmen Lebenswandel bemühen.
Eine gute Vorbereitung auf die verschiedensten Eventualitäten ist wirklich das A und O!

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Ein Gedanke zu “unbekannte Quacksalber

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