Rorate caeli

Ein gregorianisches Duett


Mein Beitrag zum
Adventskalender der Blogoezese 
4advent

Wie vielleicht dem einen oder anderen aufgefallen sein mag, bin ich in den letzten Monaten ein wenig blogfaul geworden. Der Hauptgrund hierfür ist vermehrte musikalische Aktivität meinerseits.
Drum dachte ich mir, wenngleich der Grat zwischen Eitel-und Peinlichkeit dabei sehr schmal ist, ich trau mich mal und poste einen musikalischen Beitrag.  100% selbst-und garantiert mit Liebe gemacht:

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Wenn über deinem Haupte ein Schwert

nur ein bisschen Beicht-Werbung

 

Wenn über deinem Haupte ein Schwert schweben würde, das nur an einem schwachen Faden befestiget ist, das also jeden Augenblick herabfallen kann, und wenn es herabfällt, dir den schmerzlichsten Tod bereitet: würdest du noch eine vergnügte Stunde haben?

Nun wirst du aber bloß mit dem schwachen Faden des Lebens über den Abgrund der Hölle gehalten, in jeder Minute kann dieser Faden reißen, und dann sinkst du in den ewigen Feuerpfuhl hinab, aus welchem es keine Rettung mehr gibt. Und du wirst von dieser Gefahr nicht gerührt, lebst leichtsinnig dahin und verschiebst den Gebrauch des Rettungsmittels in die ungewisse Zukunft hinaus! IMG_0016~2

Wenn du leiblich erkrankest, wartest du vielleicht auch dann mit der ärztlichen Hilfe bis zum Augenblicke, wo jede Rettung unmöglich ist? In diesem Falle kann man dir nicht schnell genug die Hilfe bringen; die geringste Zögerung scheint dir bedenklich zu seyn.

Aber ist denn die Seele nicht mehr als der Leib? Ist es nicht unverständig, für die Erhaltung des zeitlichen Lebens so besorgt zu seyn, das ewige aber einem blinden Ohngefähr Preis zu geben?

Dr. Thomas Wiser, „Der Christ in der Buße, oder ausführliche Anleitung, eine würdige Beicht abzulegen“; München 1845

 

Vom Sakrarium-Monster

Sakrarium-Monster, das

 Pl.: Die Sakrarium-Monster, das Sakrarien-Monster hingegen, stellt ein wohlhabendes Exemplar seiner Art dar und bewohnt zeitweise ein Zweit-oder Feriensakrarium

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Bei Sakrarium- Monstern handelt es sich um eine noch wenig dokumentierte, sehr scheue Lebensform, deren natürliches Habitat hauptsächlich Sakrarien darstellen. . Es ernährt sich in der Hauptsache von konsekrierten…“Überresten“, hat aber eine große Schwäche für Hostien. Aus diesem Grund kommt es gelegentlich vor, dass sich einzelne Exemplare unbemerkt im Tabernakel einschließen lassen. Daher kann es ratsam sein, vor Beginn der hl. Messe, den Tabernakel auf An-oder Abwesenheit des Sakrarium-Monsters, sowie bereits konsekrierter Hostien, zu  überprüfen.

Wenngleich es Menschen gegenüber an sich nicht gefährlich ist, sind Fälle bekannt, in denen besonders hungrige Sakrarium-Monster den Zelebranten während des Kanon mit einer Pistole bedrohten und auf Herausgabe der gewandelten Hostie drängten.

Mit ein wenig Geduld kann es gelingen, dass das Monster nach einiger Zeit zutraulich wird. Dann kann es durchaus zu einem treuen Freund werden. Nicht vergessen sollte man jedoch, es handelt sich um eine wilde Lebensform und somit sei immer eine gewisse Vorsicht angeraten.

Da Sakrarium-Monster sehr schreckhaft und ausgesprochen lichtempfindlich sind, sind Lichtbildaufnahmen sehr selten. Einfacher kann es sein, einen zutraulicheren Vertreter seiner Art zeichnerisch zu porträtieren.

 

Süße Vertraulichkeit

Liebreiches zum Wochenende

…einfach mal so, weil’s so schön ist… ♥

Endlich erzeugt dieses Sakrament Liebe. Die Seele sieht da ihren Geliebten sie erfreut sich seiner Gegenwart; sie nimmt ihn in ihr Herz auf  sie wird da mit seinen Gutthaten überhäuft, sie bereichert sich da mit seinen Verdiensten, sie genießt da seine Süßigkeit und seine Tröstungen; sie hält ihn fest, umfängt ihn, redet mit ihm, hört ihn an; sie wird sogar in ihn umgewandelt. Die Erkenntniß erzeugt Liebe; die Gegenwart nährt diese Liebe; die Gutthaten fesseln sie; die Wonne umfängt sie. Und wie sollte eine Seele Jesum in diesem göttlichen Sakramente nicht lieben, wo er sich sehen, fühlen, genießen läßt-  wo er so vertraulich mit ihr umgeht, ihr seine Zuneigung bringt, sein Herz öffnet, sie seiner Gottheit theilhaftig macht, mit seinen Gnaden überhäuft?
„Jesus unsere Liebe im allerheiligsten Altar-Sakramente, als Opfer, das wir darbringen, als Speise die wir genießen, als Freund den wir besuchen“, K. Zwickenpflug, Regensburg 1854

 

Psssst…

Liebesgeflüster

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Da ich ja immer sehr zu haben bin für liebreizend-innige Plaudereien, auch und vorallem mit dem Herrn und so gerne lieblich süße Schätzchen t(h)eile:

„Weißt du, wie du dich mit unserm Herrn unterhalten sollst? Wie höflich würdest du dich gegen einen König benehmen- der sich würdigen würde, dich zu besuchen und mit dir zu speisen! Welchen Dank würdest du ihm abstatten! Welche Bitten würdest du für dich und deine Freunde an ihn stellen! Wenn dir Jesus Christus bei seiner Einkehr fühlbare Zeichen seiner Gegenwart gibt und das Herz erweicht- so benütze diese kostbaren Augenblicke! […]
Die Liebe ist beredtsam man darf sie, zu reden, nicht erst lehren. Ist sie jung, so redet sie viel ist sie aber schon zur Kraft und Reife gelangt, so schweigt sie. Redet viel, zärtliche Seelen! Bittet, begehret, weinet, seufzet; horchet aber auch auf das, was euch der Herr sagen wird!
Was die vollkommenen Seelen betrifft. So sollen sie Sich gänzlich seiner Liebe überlassen, und in süßer Wonne sich der Gegenwart ihres Geliebten hingehen. Wollen sie reden, so mögen sie sich mit diesen zwei Wörtlein begnügen: „Mein Gott und Alles!“ Ja! Schon dieses ist zu viel; denn alles Fleisch soll in Gegenwart des Herrn schweigen.“


 

 

 

„Jesus unsere Liebe im allerheiligsten Altar-Sakramente, als Opfer, das wir darbringen, als Speise die wir genießen, als Freund den wir besuchen“, K. Zwickenpflug, Regensburg 1854

Trauern um Nachsicht

von Schwäche und Krankheit

Wenn heut zu Tage der Priester keine so strenge Buße mehr auflegt, als es in jenen frühern Zeiten der Fall war, so geschieht es nicht deßwegen, weil man zur Einsicht gekommen ist, daß man ehemals zu streng gewesen ist, oder weil etwa in unserer Zeit die Gerechtigkeit Gottes eine andere geworden ist, und sich mit einer geringeren Genugthuung begnügt, sondern deßwegen ist eine Milderung eingetreten, weil die Lauheit des Zeitalters die Einhaltung der ehemaligen Strenge unmöglich macht. Die Kirche wählt wie überall so auch hier das kleinere Uebel, um das größere zu vermeiden. Eine giltige Beicht befreit von der ewigen Verdammniß auch ohne Uebernahme der für gewisse Sünden vorgeschriebenen Bußwerke. Jemand, der sich dieser unterzöge, hätte Hoffnung, auch für seine zeitlichen Strafen der göttlichen Gerechtigkeit Genugthuung zu leisten, und den Qualen des Reinigungsortes zu entgehen. In der frühern Zeit hielt man den Büßer dazu an und bei dem allgemeinen Eifer, von welchem die Gläubigen beseelt waren, ließ sichs auch jeder gefallen, der die Aussöhnung mit Gott wahrhaft suchte. Diese Strenge der Kirche war wegen des damals herrschenden Seeleneifers den Gläubigen sehr heilsam denn sie hatten Gelegenheit, in kurzer Zeit und verhältnißmässig mit geringerer Mühe das abzubüßen, wofür sie im Fegfeuer lange und noch viel qualvoller hätten leiden müssen. Heut zu Tage aber ist das Verhältniß ein umgekehrtes, unsere verweichlichten Zeitgenossen, denen Alles zu streng und zu hart ist, würden sich der ehemaligen Buße nicht mehr unterziehen. Man vergißt ja schon oft die wenigen Vater unser, die man einige Tage hindurch zu beten aufbekömmt. Die Auflegung der ehemaligen Bußwerke würde also den Gläubigen nicht nur nicht heilsam, sondern vielmehr schädlich werden. Statt die Strafen des Fegfeuers abzubüßen, würde man sich vielmehr der Gefahr aussetzen, der Hölle anheimzufallen; denn wer die vom Beichtvater aufgelegte Buße nicht verrichtet, begeht eine schwere Sünde. Wie nun die Kirche in den übrigen Disciplinargesetzen z. B. im Fasten hat Linderung eintreten lassen, so auch bei den in der Beicht aufzulegen den Bußwerken. In gefährlichen Zeiten schätzt man sich glücklich, nur das Wesentlichste zu retten; so ist auch die Kirche in unsern ungläubigen Tagen froh, wenn es ihr nur gelingt, die Seelen den Flammen der Hölle zu entreißen, und laßt es ihnen selbst über, ob sie sich auch vor dem Fegfeuer bewahren wollen. Darüber aber soll sich Niemand freuen, im Gegentheil, er soll darüber seufzen und trauern, daß die Kirche mit uns so nachsichtig seyn muß. Dieß ist ein Zeichen daß wir sehr schwach, ja krank sind; denn nur Schwächlingen und Kranken muß man in allen Dingen Nachsicht angedeihen lassen. 1)

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich eine große Liebe zur Erbauungsliteratur des 19. Jahrhunderts. Unter anderem sicherlich deshalb, weil Parallelen zu unserer Zeit uns doch immer wieder beruhigend schmunzeln lassen „Ach schau an, damals war das auch schon so.“  mit dem ganz bestimmt häufig, zumindest gefühlten Nachsatz „Dann ist es ja nicht so schlimm“

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