Asperges um Mitternacht

Ich beklagte es bereits, ich beklage es wieder und des Klagens Ende ist nicht in Sicht:

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„Die liturgische Behandlung des Allerheiligsten außer dem Opfer der heiligen Messe“ W.A. Maier; Regensburg 1860

Novus Ordo, Alte Messe… .Zwei Formen desselben Ritus, so heißt es immer. Nun, wie dem auch sei, letztlich sind ja auch Chickennuggets eine Form von Fleisch.

Wie immer man nun zu dieser Frage stehen mag – ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten die Vorzüge eines Schnitzels gegenüber einem (laut Wikipedia) „Fleischprodukt, das aus kleineren Fleischstücken – meist Schwein oder Geflügel – zusammengesetzt wird“ auseinanderzusetzen.

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unliturgisch

Er bietet dem Volke Gelegenheit, bei der Darbringung des heiligsten Opfers nicht bloß als Zuhörer und Zuschauer teilzunehmen, sondern bei der Opferhandlung selbstthätig mitzuwirken. Schon der heilige Chrysostomus sagt von dem Gesange, bei welchem Greise, Männer, Jünglinge, Unmündige und Frauen mitsingen: „Das ist unser Opfer und unsere Gabe, der beste Gottesdienst und für ein englisches Volk passend.“ Ohne Schwierigkeit könnte eine einfache Choralmesse mit Interlinearübersetzung aus dem etwaigen Diöcesan-Gesangbuch eingeübt und zuerst mit Kindern, dann allmählig mit den Erwachsenen ausgeführt werden; singt dazu nur ein einziger Sänger die Wechseltexte, so ist den kirchlichen Vorschriften vollständig genügt und unliturgischer deutscher Volksgesang aus den Aemtern verdrängt.

 Dr. Andreas Schmid; Caeremoniale für Priester, Leviten und Ministranten zu den gewöhnlichen liturgischen Diensten;1897

 

Ach… Vielleicht wäre es dann auch mal  an der Zeit, so allmählich in diese Phase des Verdrängens einzutreten…

 

 

 

 

ansteckende Andachtslosigkeit

Der Priester dagegen, welcher niemals an den Altar tritt, ohne vorher durch Gebet seinen Glauben und seine Liebe zu Gott neu belebt zu haben, erbaut, rührt und bekehrt selbst diejenigen, welche das Glück haben, ihn celebriren zu sehen; indeß derjenige, der nicht durch Gebet sich vorbereitet, den die grosse Handlung, die er zu verrichten hat, nur oberflächlich beschäftigt, auch die Anwohnenden mit dem schlaffen Geiste  um nicht zu sagen der Andachtslosigkeit, die ihn erfüllt, ansteckt.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

erforderliche Andacht

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Es wäre daher Irrthum, die Rubriken bloß als Anleitungen, nicht als Vorschriften ansehen zu wollen; jenes sind sie bloß in Bezug auf dasjenige, was der Priester vor und nach der Messe zu thun, und hinsichtlich der allfälligen, in die Celebration sich einschleichenden Mängel, wo sie nicht im Gewissen verpflichten, sofern hierüber nicht alte Kirchengesetze vorliegen. […] Versäumnisse hierin können durch deren Menge, und mehr noch bey Absicht, zur schweren Schuld werden. Ebenso wenn man sich nicht bestrebt, Wort und Handlung gehörig zu verbinden, oder der Ausflucht sich erfrechte, man halte die Gebräuche nicht für so wichtig, man fürchte sich, die Messe zu lange auszudehnen, man wolle sich keinen Zwang anthun.
Jede Nachlässigkeit bleibt wenigstens ein Vergehen. Darum soll man bey dem Celebriren die Rubriken nie aus den Augen lassen, auch, damit man sie recht inne behalte, dieselben von Zeit zu Zeit nachlesen.
Der Priester, welcher bey der Messe seines hohen Amtes bewußt ist, wird der erforderlichen Andacht sich befleissen, um das Volk zu erbauen und Ehrfurcht vor dem heiligen Geheimniß in ihm zu wecken, Nachlässigkeit und ungeziemende Hast deßwegen vermeiden.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

Brennesseln und Brombeerhecken

Biologisch bedenkenlose Bußübungen… (oder so)

260701

Neulich inspirierte mich eine illegal in einem Blumenkübel auf meinem Balkon wachsende Brennessel zu einigen laut gedachten, und eigentlich nur scherzhaft gemeinten, Gedanken über Bußwerkzeuge aus der Natur. (Zu denen sicherlich ein Spaziergang durch eine Brennesselkolonie oder auch ein beherzter Sprung in eine Brombeerhecke gehören können…. aber ich möchte das hier jetzt nicht weiter ausführen oder gar empfehlen)

Ahnen hätte ich müssen, dass solcherlei Gedanken, zum weiten Feld der körperlichen Bußübungen gehörend, nicht innerhalb eines halben Jahres plötzlich auf große Begeisterung stoßen würden. (nicht einmal, im Spaß angesprochen)
Solange ist es etwa her, dass ich dazu schon mal geschrieben und im Vorfeld dazu anderer Leute Meinung gehört habe. Die sich also nun nicht wesentlich geändert hat. Man bleibt bei:

Das ist total krank!
Das hat man früher gemacht, aber heute braucht man das doch nicht mehr!
Das Leben hält doch genug Schwierigkeiten für uns bereit!

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