Der heilige Joseph, der Papst und ein Fastensonntag

Rubrizistische Denkübung

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In den letzten Tagen ergaben sich  hier und da plötzlich einige Unklarheiten und Verwirrungen , bezüglich des verschobenen Josephstag und dem Jahrestag der „Krönung“ des Papstes. (nicht zuletzt wegen eines Direktoriums aus dem letzten Jahr, das den Jahrestag auf den 19. März datierte)

Es tauchte zum einen die Frage auf, warum die Oration eigentlich nicht am 19.März (dem eigentlichen Jahrestag gemacht werden könne, da ja laut RG 449 (s.u.) der Josephstag nicht unter die, diese Oration ausschließenden Tage fällt. Zum anderen, ob nicht eigentlich der Jahrestag in diesem Jahr vom 20.März weiter verschoben werden müsse.

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Asperges um Mitternacht

Ich beklagte es bereits, ich beklage es wieder und des Klagens Ende ist nicht in Sicht:

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„Die liturgische Behandlung des Allerheiligsten außer dem Opfer der heiligen Messe“ W.A. Maier; Regensburg 1860

Novus Ordo, Alte Messe… .Zwei Formen desselben Ritus, so heißt es immer. Nun, wie dem auch sei, letztlich sind ja auch Chickennuggets eine Form von Fleisch.

Wie immer man nun zu dieser Frage stehen mag – ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten die Vorzüge eines Schnitzels gegenüber einem (laut Wikipedia) „Fleischprodukt, das aus kleineren Fleischstücken – meist Schwein oder Geflügel – zusammengesetzt wird“ auseinanderzusetzen.

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ansteckende Andachtslosigkeit

Der Priester dagegen, welcher niemals an den Altar tritt, ohne vorher durch Gebet seinen Glauben und seine Liebe zu Gott neu belebt zu haben, erbaut, rührt und bekehrt selbst diejenigen, welche das Glück haben, ihn celebriren zu sehen; indeß derjenige, der nicht durch Gebet sich vorbereitet, den die grosse Handlung, die er zu verrichten hat, nur oberflächlich beschäftigt, auch die Anwohnenden mit dem schlaffen Geiste  um nicht zu sagen der Andachtslosigkeit, die ihn erfüllt, ansteckt.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

erforderliche Andacht

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Es wäre daher Irrthum, die Rubriken bloß als Anleitungen, nicht als Vorschriften ansehen zu wollen; jenes sind sie bloß in Bezug auf dasjenige, was der Priester vor und nach der Messe zu thun, und hinsichtlich der allfälligen, in die Celebration sich einschleichenden Mängel, wo sie nicht im Gewissen verpflichten, sofern hierüber nicht alte Kirchengesetze vorliegen. […] Versäumnisse hierin können durch deren Menge, und mehr noch bey Absicht, zur schweren Schuld werden. Ebenso wenn man sich nicht bestrebt, Wort und Handlung gehörig zu verbinden, oder der Ausflucht sich erfrechte, man halte die Gebräuche nicht für so wichtig, man fürchte sich, die Messe zu lange auszudehnen, man wolle sich keinen Zwang anthun.
Jede Nachlässigkeit bleibt wenigstens ein Vergehen. Darum soll man bey dem Celebriren die Rubriken nie aus den Augen lassen, auch, damit man sie recht inne behalte, dieselben von Zeit zu Zeit nachlesen.
Der Priester, welcher bey der Messe seines hohen Amtes bewußt ist, wird der erforderlichen Andacht sich befleissen, um das Volk zu erbauen und Ehrfurcht vor dem heiligen Geheimniß in ihm zu wecken, Nachlässigkeit und ungeziemende Hast deßwegen vermeiden.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

Inzens in Szene

Altarinzens in Bildern

Vergangenes Wochenende versuchte ich mich, zum Zeitvertreib und Spaß an der Freude, mal an einer kleinen Animation. Zugegeben, noch ziemlich ausbaufähig…

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dennoch wollte ich es mal hier teilen. Sozusagen als Ergänzung zu einem früheren Beitrag, der sich bereits ausführlich mit dem Thema befasst.

Das Objekt bestimmt die Richtung

Über die Inklinationen des Hauptes, die auf der Epistelseite zu machen sind.


(wir bleiben also noch ein wenig länger in den Untiefen der Rubrizistik)

 

Ritus Servandus V, 2 Missale vor 1962
“Cum nominatur nomen JESUS, caput versus Crucem inclinat: quod etiam facit cum nominátur in epistola. Et similiter ubicumque nominatur nomen B.Mariæ, vel Sanctorum de quibus dicitur Missa, vel fit Commemoratio: item in Oratione pro Papa, quando nominátur, semper caput inclinat, non tamen versus Crucem; nisi in loco principali Altaris habeatur simulacrum vel imago B. M. V. aut Sancti, ad quam caput inclinatur.”

 Ritus Servandus V, 2 Missale 1962
“Cum in oratione, vel alibi in Missa, pronuntiatur nomen IESU vel MARIAE, itemque cum exprimitur nomen Sancti vel Beati de quo dicitur Missa aut fit commemoratio, vel Summi Pontificis, sacerdos caput inclinat.“

 Eigentlich wollte ich  den Mantel des Schweigens über diese Änderung in den Rubriken des Missale von 1962 breiten.  Weil sie mir nicht gefällt. Das ist aber weder ein guter Grund, noch eine Lösung und so widme ich mich diesem Problem, in der Hoffnung, durch  sachliche Analyse zu einem zufriedenstellenden und angemessenen Interpretation zu gelangen.

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nun also zum Te igitur

Ein Exkurs in die staubtrockenen Untiefen der Rubrizistik

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Mich auf sehr dünnes Eis begebend, schreibe ich:  

Der Anfang des Gebetes wird eingeleitet bzw. ist begleitet von Zeremonien, welche nachdrucksvoll dem Inhalt der Worte zur Verstärkung dienen. Bevor der Priester seine Bitte vorträgt, erhebt er Hände und Augen, um den Aufschwung seiner Seele auszudrücken und um anzudeuten, dass er den Vater im Himmel anrede und bei Gott in der Höhe Hilfe suche. Sogleich aber senkt er wiederum Augen und Hände, neigt sich tief und legt die gefalteten Hände auf den Altar.
Gihr – Das heilige Messopfer

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Graviter et decore

Diese und jene Gedanken zur Inzensation des Altares

 

Das Rauchfass soll bei seiner Rückbewegung hörbar an die Ketten anschlagen
W.Lurz „Ritus und Rubriken der heiligen Messe“

Da ich heute wenig zu tun aber wie immer viel zu sagen hatte, übte ich mich mal in einer kleinen, unvollkommenen, aber hoffentlich nicht gänzlich fehlerbehafteten Beschreibung der Altarinzensation

Nicht, dass ich hier wirklich oft richtig Fehlerhaftes zu sehen bekäme. Aber so richtig schön ist es leider auch meistens nicht. Warum das so ist, nicht falsch, aber auch nicht schön, habe ich natürlich im Detail erörtert und wie immer jede Menge Meinung dazu.

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Förderungsmittel der Frömmigkeit

Manchmal ist es genau so

Die Rubriken sind die heilige Bestimmung zur Verherrlichung des großen Mysteriums, worauf sie sich beziehen; sie schreiben die Gebräuche und die Ceremonien vor, welche dabey zu  beobachten sind, und das Concilium von Trient nennt sie Bilder des Glaubens, Förderungsmittel der Frömmigkeit, Merkzeichen der Religion. Ein Priester wird daher mit Ehrerbietung ihrer achten, sie lieben, treulich befolgen, vor Nichtbeachtung derselben sich hüten und wissen, daß Uebersehen des einen oder andern eine läßliche, absichtliches Unterlassen mehrerer in einer und derselben Messe eine tödtliche Sünde ist.

Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

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Ehrfurcht, heilige Scheu und Liebe

Weil es einfach nicht aufhört zu schmerzen

Denn überhaupt soll diese heilige Handlung stets mit Andacht, Frömmigkeit und lebendigem Glauben zuerst in dem Herzen begonnen werden.
Man muß von dem Priester sagen können, was der heilige Paulus in dem Brief an die Hebräer von Moses sagt: „ Er hielt sich an den, den er nicht sah, als suche er ihn.“ Sein Glaube muß ihm, den unter den eucharistischen Stoffen verborgenen Gott zeigen, und dieses jene heilige Scheu in ihm wecken, von der in Gegenwart des dreimal heiligen Gottes eine Seele durchdrungen seyn und in jener Liebe brennen soll, welche dieselbe vor dem Angesicht desjenigen aufzehrt, der Tag täglich die staunenswerthesten Wunder verrichtet, um mit ihr sich zu einigen.

Fühlt sich ein Priester durch diesen Glauben belebt, so wird auch sein Äusseres das Gepräge der Ehrfurcht, der heiligen Scheu , der Liebe an sich tragen, und in ernstem Auftreten, in demüthiger und bescheidener Haltung in andachtsvollem Blick, in einfachem aber frommem und salbungsvollem Ton bey den Gebeten wird die innere Stimmung sich bemerklich machen, die Umstehenden ergreifen, den Glauben in ihnen anfachen, die tiefste Ehrfurcht für das heiligste Mysterium in ihnen wecken, den lebendigsten Eindruck auf sie bewirken und die Gefühle, von denen der Celebrirende durchdrungen ist, auch in ihnen hervorrufen.

Deßwegen ist der Anblick eines Priesters, der fromm, andächtig, glaubensfreudig die heilige Messe liest, oftmals eine herzbewegendere, überzeugendere, wirksamere Predigt, als die bestgesetzte Rede..

Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844