ein Schwert in der Seele

die Notwendigkeit von Zähren und Leiden

Daß Maria so unbeschreiblich leiden mußte, kam also  von der göttlichen Liebe zu ihr, und je mehr ihr göttlicher Sohn sie liebte, desto mehr versenkte Er sie in Leiden. [..] Zeigt sich denn nicht immer noch Seine Liebe gegen Seine Freunde und Seine Heiligen in Kreuz und Leiden, oder ist es nicht wahr, was Sein Apostel betheuert (Hebr. 12, 6.): „Wen der Herr lieb hat, den züchtiget Er“ den sucht Er mit Leid und Schmerzen heim. Und eben weil Jesus Seine jungfräuliche Mutter mehr als alle andern Heiligen liebte, so mußte sie auch mehr als sie Alle leiden, sie mußte die Königin der Martyrer werden. […]

Wenn wir dieses auf uns verwenden, wie ganz anders als bisher müssen wir dann das Leben anschauen, in wie ganz anderm Lichte muß uns Leiden und Schmerz erscheinen? Freuen sollten wir uns ja, wenn uns Gott Leiden und Schmerzen schickt, denn sie sind ein Zeichen Seiner Liebe zu uns, und je mehr wir zu leiden haben, desto lieber hat uns Gott, desto sicherer sind wir Seine Kinder (Hebr. 12.). Aber fürchten, zittern sollten wir, wenn wir nichts zu leiden und zu dulden haben, denn „dann hast du noch nicht einmal angefangen ein Christ zu sein“ (heil. Augustin), oder Gott hat vielleicht Seine Hand von uns abgezogen und steht die Wetterwolke Seines Zornes über uns. […] Schließe daraus, wie sehr du fürchten müßtest, wenn es dir immer gut ginge, und mit welcher Bereitwilligkeit du die Leiden als Beweise göttlicher Liebe annehmen solltest! „Wenn dir Gott viele Leiden schickt, pflegte der heilige Ignatius von Loyola zu sagen, so ist es ein Zeichen, daß er mit dir etwas Großes vorhat und daß er ganz sicher dein Heil will; es gibt kein Holz, welches das Feuer der heiligen Liebe besser entzündet als das Holz des Kreuzes.“ […]1)

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Disziplin und Inspiration

über eine legitime Art zu lieben

Die Geißelung unseres Herrn ist unter allen Martern, die er ausgestanden hat, diejenige, welche Buße und Eifer am leichtesten nachahmen können. […]Und wenn es nicht rathsam ist, sie allen und jeden Personen anzurathen; so ist es noch weniger rathsam, sie allen zu untersagen. Man kann nicht ohne Verwegenheit eine Bußübung verdammen oder verachten, welche so viele Heilige gebraucht, so viele weise Stifter der Orden vorgeschrieben und empfohlen haben […] Sich der aus Buße gegebenen Züchtigung schämen, heißt gewissermaßen, sich der Geißelung Jesu Christi schämen. Wenn diese Uebung demüthigend ist; so war es ja die Strafe der Geisselung nicht weniger […]Sich regelmäßig und mäßig peitschen, vereinigt uns mit der Geisselung Jesu Christi, eignet uns ein Verdienst zu, prägt uns das Andenken daran ein, und reizt uns zur Dankbarkeit. Es demüthigt das Fleisch, zähmt es, macht es unterwürfig, büßt seine Ausschweifungen, und unterdrückt seine Bewegungen und Empörungen; es unterhält die Inbrunst und Fröhlichkeit des Geistes, vertreibt die bösen Gedanken, reißt ihn aus dem Schlummer, aus der Trägheit und Verdrossenheit, denen er sich von Natur so gern überläßt, und macht ihn geschickter, sich zu Gott zu erheben, und himmlische Sachen zu schmecken.[…] Denn wir dürfen unser Leben nicht ohne alle körperliche Bußübung und Aehnlichkeit mit unserem Heilande zubringen, wenn wir Erben seiner Herrlichkeit werden wollen.

Bonaventure Giraudeau, Das betrachtete Evangelium auf alle Tage im Jahre, nach der Übereinstimmung der vier Evangelisten, siebenter Theil

„Du trägst sowas doch nicht etwa, oder?“ lautete eine privat geäußerte Frage zu meinem letzten Beitrag, dem Foto eines Bußgürtels.

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Passion

Schon wieder Leiden und Liebe

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Eigentlich bin ich gerade total gotisch angefixt und brenne darauf, davon zu schreiben.

Zuvor aber noch was anderes, was mir selbst an meinen Beiträgen aufgefallen ist. Und weil ich mich selbst ja auch kenne und sehr wohl weiß, dass ich gerne mal wirke, als wäre Ganzjahres-Karfreitag. Ich schreibe ja gerne über Leiden und Mitleiden und allerlei Kreuze. Über Liebe schreibe ich auch dann und wann. Aber ich habe es noch nie in Verbindung gebracht.

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