Früher…

… war mehr Lametta.

oder doch zumindest die…

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…Präfation von Weihnachten an Fronleichnam und in dessen Oktav.

 

Das Fronleichnamsfest, sowie die Feste des heiligen Namens Jesu und der Verklärung stehen in spezieller Beziehung zur Menschheit Christi und haben deshalb die Weihnachtspräfation.
Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt

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Früher war auch mehr Oktav… Ach…

(Für den Fall, dass „man“ sich noch besönne und eine gewisse „Schiffssymbolik“ kurzfristig umzudeuten gedächte. Es gäbe da noch dieses Weihnachtslied… Es kommt ein Schiff, geladen.. Nur so als Idee…)

 

Das Objekt bestimmt die Richtung

Über die Inklinationen des Hauptes, die auf der Epistelseite zu machen sind.


(wir bleiben also noch ein wenig länger in den Untiefen der Rubrizistik)

 

Ritus Servandus V, 2 Missale vor 1962
“Cum nominatur nomen JESUS, caput versus Crucem inclinat: quod etiam facit cum nominátur in epistola. Et similiter ubicumque nominatur nomen B.Mariæ, vel Sanctorum de quibus dicitur Missa, vel fit Commemoratio: item in Oratione pro Papa, quando nominátur, semper caput inclinat, non tamen versus Crucem; nisi in loco principali Altaris habeatur simulacrum vel imago B. M. V. aut Sancti, ad quam caput inclinatur.”

 Ritus Servandus V, 2 Missale 1962
“Cum in oratione, vel alibi in Missa, pronuntiatur nomen IESU vel MARIAE, itemque cum exprimitur nomen Sancti vel Beati de quo dicitur Missa aut fit commemoratio, vel Summi Pontificis, sacerdos caput inclinat.“

 Eigentlich wollte ich  den Mantel des Schweigens über diese Änderung in den Rubriken des Missale von 1962 breiten.  Weil sie mir nicht gefällt. Das ist aber weder ein guter Grund, noch eine Lösung und so widme ich mich diesem Problem, in der Hoffnung, durch  sachliche Analyse zu einem zufriedenstellenden und angemessenen Interpretation zu gelangen.

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Ausdruck des Sehnens

zur Erhebung der Hände

Wie die Erhebung der Augen, so ist auch die Erhebung der Hände beim Gebet im Naturgesetz begründet und erweist sich zunächst als sinnenfälliger Ausdruck des Sehnens der Seele nach Gott und der Erhebung des Gemüthes zu ihm, sodann zugleich je nach Verschiedenheit des Gebetsinhalts als Gestus dringlichen Verlangens nach Erhörung und Hilfe von oben oder als Ausdruck der Freude, des Dankes und des Jubels, welcher die Seele des Beters erfüllt und in religiös gehobene Stimmung versetzt (Präfationen, elevatio manuum bei Beginn des Gloria u. dgl.). Diese Grundbedeutung hat die Händeerhebung beim Gebete, mag sie in Form der extensio oder der junctio manuum ante pectus nach Vorschrift sich vollziehen. Im Ausbreiten rsp. Ausstrecken der Hände beim Gebet erblickten die Christen seit ältester Zeit auch eine Nachahmung des am Kreuze mit ausgespannten Armen opfernden und betenden Erlösers, eine Bedeutung, welche der extensio manuum auch jetzt noch gewahrt ist, sofern sie (mit wenigen Ausnahmen) nur in der heiligen Messe, als dem mystischen Vollzug des Kreuzopfers, vorkommt, während in der Liturgie der Sacramente, Sacramentalien und des Stundengebetes die Orationen nicht mit ausgebreiteten, sondern mit gefalteten Händen gesprochen werden. Bis in’s Einzelnste detaillirten liturgischen Vorschriften über das Erheben, Ausbreiten und Falten der Hände und über deren Auflegen auf dem Altar begegnen wir erst in den officiellen Ausgaben unserer liturgischen Bücher.

V.Thalhofer, „Handbuch der Katholischen Liturgik, 1883

 

Verlangen, Hoffen und Lieben

zum Erheben der Augen

Ziemlich oft ist dem Liturgen das Erheben der Augen zu Gott vorgeschrieben. Wohin das Verlangen, Hoffen und Lieben der Seele gerichtet ist, dahin wendet sich – wenn irgend möglich – ganz naturgemäß auch das leibliche Auge. Beim Gebet ist die Seele auf Gott gerichtet, der in den Himmeln thront. […] IMG_0041~2
Sehr natürlich daher, daß der Betende auch sein Sinnenauge zu Gott, zur Wohnstätte Gottes, zum Himmel erhebt, einmal um dadurch einem Drange der Natur gemäß das innerliche Erhabensein der Seele auch äußerlich zu manifestieren, sodann um durch dieses körperliche Aufblicken zu Gott den inneren Act der vertrauensvollen und liebenden Hingabe an ihn noch zu steigern, nachhaltiger und vollkommener zu machen.
In unserer katholischen Liturgie erhebt man vorschriftsmäßig die Augen entweder nur zu Anfang eines Gebets-oder resp. Kultactes, um sozusagen dessen Richtung und Ziel sinnenfällig anzudeuten, oder aber man läßt die Augen während des ganzen zugehörigen Gebetes zu dem Object desselben erhoben, resp. auf dasselbe hingerichtet, um durch solche Fixirung des Sinnenauges auch das Auge der Seele desto leichter fixiren, den inneren Gebetsact desto gesammelter un inniger vorbringen zu können.
[…]
Dadurch, daß dem Liturgen nur für die besprochenen Fälle das Erheben, resp. Zuwenden der Augen vorgeschrieben ist, will ihm gewiß nicht untersagt sein, auch außerdem, wo es in der Liturgie füglich geschehen kann, nach freiem Herzensdrang es zu vollziehen. Gewiß sehr passend und erbaulich ist es z.B:, wenn der Liturg jederzeit, so oft er  am Altare beim Oremus, beim Per Dominum nostrum, beim Gloria Patri eine inclinatio capitis gegen das Altarkreuz zu machen hat, vorerst seinen Blick zum Bildniß des Gekreuzigten erhebt; auch sonst, z.B. während des Gloria, Credo, wenn er auswendig betet, wird er gern den Blick zum Altarkreuz erheben, um leichter gesammelt und in gehobener Stimmung zu blieben.

V.Thalhofer, „Handbuch der Katholischen Liturgik, 1883

 

nun also zum Te igitur

Ein Exkurs in die staubtrockenen Untiefen der Rubrizistik

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Mich auf sehr dünnes Eis begebend, schreibe ich:  

Der Anfang des Gebetes wird eingeleitet bzw. ist begleitet von Zeremonien, welche nachdrucksvoll dem Inhalt der Worte zur Verstärkung dienen. Bevor der Priester seine Bitte vorträgt, erhebt er Hände und Augen, um den Aufschwung seiner Seele auszudrücken und um anzudeuten, dass er den Vater im Himmel anrede und bei Gott in der Höhe Hilfe suche. Sogleich aber senkt er wiederum Augen und Hände, neigt sich tief und legt die gefalteten Hände auf den Altar.
Gihr – Das heilige Messopfer

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Graviter et decore

Diese und jene Gedanken zur Inzensation des Altares

 

Das Rauchfass soll bei seiner Rückbewegung hörbar an die Ketten anschlagen
W.Lurz „Ritus und Rubriken der heiligen Messe“

Da ich heute wenig zu tun aber wie immer viel zu sagen hatte, übte ich mich mal in einer kleinen, unvollkommenen, aber hoffentlich nicht gänzlich fehlerbehafteten Beschreibung der Altarinzensation

Nicht, dass ich hier wirklich oft richtig Fehlerhaftes zu sehen bekäme. Aber so richtig schön ist es leider auch meistens nicht. Warum das so ist, nicht falsch, aber auch nicht schön, habe ich natürlich im Detail erörtert und wie immer jede Menge Meinung dazu.

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Sub gravi, or not…

…die Rubriken sind deine Freunde.

 

Wenn er am Altar stehend, Christus repräsentiert, sollte er alle individuellen Eigentümlichkeiten, selbst die kleinste Übertreibung, alles was die Aufmerksam auf seine Person zieht und von der erhabenen Handlung die er ausführt, ablenkt, ablegen.
Dabei helfen jene Rubriken, die die Handhaltung des Zelebranten, die Bewegungen seiner Augen und die verschiedenen liturgischen Gesten betreffen, nicht nur Anmutungen von Unehrerbietigkeit, Gleichgültigkeit oder Achtlosigkeit, sondern auch alle Eigenarten oder Überspanntheiten, selbst die scheinbar frommer Gesinnung, zu beseitigen. Die Rubriken halten des Zelebranten Bewegungen, Blicke und seine Stimme innerhalb enger Grenzen. Regeln, die, eine geistliche Disziplin darstellend, die Heiligung des Priesters fördern

J.B. O’Connell The celebration of mass

Meine spezielle Sorge, Aufmerksamkeit, sowie regelmäßige Wutausbrüche gelten ja seit jeher in der Hauptsache jenen  Quereinsteigern,  die eigentlich und hauptsächlich in der Neuen Messe zuhause sind. Die also jedwede Freiheit bei der Zelebration gewohnt sind. Und deren rituelle (Selbst-)Disziplinierung eine nicht geringe Herausforderung darzustellen scheint. Darüber hinaus ist es eine ziemlich neue und neue Dinge erfordern manchmal neue Methoden.

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The spirit of the rubrics

Vom Geist der Rubriken

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Was Theologen und Rubrizisten einmütig denken und lehren ist, dass der Zweck jeder Rubrik der ist, den Priester zu unterstützen in vollkommenster Weise die erhabenen Handlungen zur Ehre Gottes und Erbauung der Menschen zu vollziehen. Letztendlich ist es der Geist der Rubriken , mehr noch als deren Wortlaut, der entscheidend ist. Mit Ehrfurcht und Liebe zu Gott, aus Gehorsam und Ergebenheit zu seiner Kirche, sollen sie, jede einzelne, befolgt werden.

J.B. O’Connell The celebration of mass

 

Dass im übrigen bei allem liturgischem Tun die echt priesterliche Gesinnung die Hauptsache ist, versteht sich für jeden Einsichtigen von selbst. „Der Buchstabe tötet, der Geist ist´s der lebendig macht!“(2.Kor 3,6)

W.Lurz Ritus und Rubriken der heiligen Messe

Beide Zitate beschließen jeweils einen kurzen Abschnitt, der sich Grad und Schwere der Verpflichtung den Rubriken gegenüber und damit einhergehend auch über Schwere der Schuld bei Nichtbeachtung beschäftigt. Ein Thema, dessen ausführliche Betrachtung und Diskussion der Moraltheolgie zufällt.
Dennoch muss es natürlich auch in einem rubrizistischen Werk, wenigstens ansatzweise Erwähnung finden, ist es ja doch zum einen nicht ganz unerheblich von einer gewissen unterschiedlichen Gewichtung Kenntnis zu haben, zum anderen weil es deutlich vor Augen führt, was selbst ich, in meinen diversen Meckereien immer wieder betont habe und betone, es geht nicht um hier und da einen Fehler, eine Unachtsamkeit, eine versehentliche Übertretung. Das wesentliche ist die innere Haltung, die Einsicht und das Wollen. Und wenn diese in der rechten Weise vorhanden sind, befolgen sich die Rubriken quasi von alleine.
Der Geist eines Regelwerks kann nur in der Befolgung desselben liegen. Und wer von diesem Geist quasi … erfasst ist, will es tun. Und tut es dann einfach. Vielleicht nicht immer völlig korrekt, aber aus tiefster Überzeugung und mit dem Vorsatz jede einzelne Rubrik zu beachten..

 

 

Wein, Wasser und das Kreuzzeichen

wissen, was man sieht…

Da mir gerade selbst mal wieder klar wurde, wie gut und wichtig doch das gelegentliche Studium guter Messerklärungen ist…

Wie die Hostie wird auch der Kelch dem himmlischen Vater geweiht und dargebracht: der Opferung geht aber die Herrichtung voraus.

Diese umfasst Einschenkung des Weines in den Kelch sowie dessen Mischung mit Wasser, das vorher durch ein Kreuzzeichen gesegnet wird. Die Symbolik der Mischung von Wein und Wasser ist hier vor Augen zu haben, um Grund und Sinn dieses Kreuzzeichens zu finden, welches in Requiemsmessen unterbleibt. Es fragt sich, warum das Kreuzzeichen nicht über den Wein, sondern nur über das Wasser gemacht werde, und warum in den Seelenmessen auch die Segnung des Wassers wegfalle.

Die begründetste Erklärung stützt sich auf die symbolische Bedeutung, welche der Mischung des Weines und Wassers innewohnt. Der Wein sinnbildet Christus, der keines Segens Bedarf und dem aus seiner Vereinigung mit dem Volke keine Güter zufließen: darum wird er nicht gesegnet. Das Wasser stellt die Gläubigen dar, welche gar sehr der göttlichen Gnade bedürftig sind und welchen aus ihrer Vereinigung mit Christus der größte geistliche Gewinn erwächst: dies soll ausgedrückt werden durch das Zeichen des Kreuzes, welches über das Wasser gebildet wird vor Eingießung in den Wein. Das Kreuzzeichen gilt also nicht sowohl dem Wasser an sich als vielmehr dem durch das Wasser bezeichneten Volke. Daraus erklärt sich dann, warum es in den Totenmessen ausfällt. Der ganze Ritus derselben zielt nämlich dahin, daß den Verstorbenen  möglichst reicher Trost zufließe: darum wird manches weggelassen, was auf jene Frucht hindeutet, welche die Anwesenden bzw. die Lebenden überhaupt aus dem Opfer schöpfen. So macht z.B. der Zelebrant beim Introitus das Kreuzzeichen nicht über sich, sondern über dem Buch, und am Schluß erteilt er den Beiwohnenden keinen Segen. Aus dem selben Grund unterlässt er es beim Offertorium, das Wasser, d.h. das Volk der Gläubigen, mit dem Kreuze zu segnen.

Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt