Der heilige Joseph, der Papst und ein Fastensonntag

Rubrizistische Denkübung

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In den letzten Tagen ergaben sich  hier und da plötzlich einige Unklarheiten und Verwirrungen , bezüglich des verschobenen Josephstag und dem Jahrestag der „Krönung“ des Papstes. (nicht zuletzt wegen eines Direktoriums aus dem letzten Jahr, das den Jahrestag auf den 19. März datierte)

Es tauchte zum einen die Frage auf, warum die Oration eigentlich nicht am 19.März (dem eigentlichen Jahrestag gemacht werden könne, da ja laut RG 449 (s.u.) der Josephstag nicht unter die, diese Oration ausschließenden Tage fällt. Zum anderen, ob nicht eigentlich der Jahrestag in diesem Jahr vom 20.März weiter verschoben werden müsse.

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ansteckende Andachtslosigkeit

Der Priester dagegen, welcher niemals an den Altar tritt, ohne vorher durch Gebet seinen Glauben und seine Liebe zu Gott neu belebt zu haben, erbaut, rührt und bekehrt selbst diejenigen, welche das Glück haben, ihn celebriren zu sehen; indeß derjenige, der nicht durch Gebet sich vorbereitet, den die grosse Handlung, die er zu verrichten hat, nur oberflächlich beschäftigt, auch die Anwohnenden mit dem schlaffen Geiste  um nicht zu sagen der Andachtslosigkeit, die ihn erfüllt, ansteckt.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

erforderliche Andacht

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Es wäre daher Irrthum, die Rubriken bloß als Anleitungen, nicht als Vorschriften ansehen zu wollen; jenes sind sie bloß in Bezug auf dasjenige, was der Priester vor und nach der Messe zu thun, und hinsichtlich der allfälligen, in die Celebration sich einschleichenden Mängel, wo sie nicht im Gewissen verpflichten, sofern hierüber nicht alte Kirchengesetze vorliegen. […] Versäumnisse hierin können durch deren Menge, und mehr noch bey Absicht, zur schweren Schuld werden. Ebenso wenn man sich nicht bestrebt, Wort und Handlung gehörig zu verbinden, oder der Ausflucht sich erfrechte, man halte die Gebräuche nicht für so wichtig, man fürchte sich, die Messe zu lange auszudehnen, man wolle sich keinen Zwang anthun.
Jede Nachlässigkeit bleibt wenigstens ein Vergehen. Darum soll man bey dem Celebriren die Rubriken nie aus den Augen lassen, auch, damit man sie recht inne behalte, dieselben von Zeit zu Zeit nachlesen.
Der Priester, welcher bey der Messe seines hohen Amtes bewußt ist, wird der erforderlichen Andacht sich befleissen, um das Volk zu erbauen und Ehrfurcht vor dem heiligen Geheimniß in ihm zu wecken, Nachlässigkeit und ungeziemende Hast deßwegen vermeiden.
Pflichten der Priester. Nach dem Französischen bearbeitet von Friedrich Hurter, 1844

 

 

Nur gucken, nicht anfassen

über die Sache mit dem Kelch

 

Mal ganz allgemein

Mittlerweile bin ich wohl nicht mehr nur in der virtuellen Blog-Welt, sondern auch schon im echten Leben als begeisterte Kritikerin bekannt. Das ist mir manchmal ein bisschen unangenehm, nicht zuletzt deshalb, weil ich ja nicht alles immer blöd und falsch und schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Manchmal ist es auch einfach unterirdisch, unerträglich und zum davonlaufen 😉
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Drängen um die Altäre – Gedankenskizzen

Gedanken zu damals und heute

„Ich möchte reden von dem großen Opfergottesdienste unserer Religion, von dem heiligen Meßopfer. Die Messe ist die Herzensmitte des katholischen Lebens, das kostbare Kleinod des Christen: mit ihr steht und fällt die katholische Religion. […]

Die Menschen auf Erden, um derentwillen das Meßopfer da ist, die verhalten sich die dazu? Wird sich nicht alles hienieden drängen um die Altäre, um das Wunder der Wunder zu schauen? Wird nicht aus jedem Hause, wer da kann hineilen zu der heiligen Messe, um aus ihr zu schöpfen und wieder zu schöpfen? Werden nicht Tausende und Tausende aus jeder Stadt täglich überall hineilen, um aus dem Gnadenborn zu schöpfen? Mein Gott! Ich sehe sie nicht, diese Tausende. Zeige mir die jemand! Ich sehe die Straßen voll geschäftiger Menschen; ich sehe die Häuser des Vergnügens, des Trunkes und Spiels wimmeln von Besuchern, von jungen und alten; aber um die Altäre wird es leerer und leerer. Lockt ein Geschäft, und wenn es nur zehn Pfennig einträgt, ja das geht vor; und gibt´s vollends einen Ausflug, eine Gesellschaft, einen Tanz, denen hüpfen die Herzen stürmisch entgegen – aber gegenüber der namenlosen Hingebung des Höchsten, gegenüber der Verschwendung der göttlichen Reichtümer im Meßopfer, gegen das Wunder der Liebe: da ist man kühl bis ins Herz hinein, mitunter kalt bis unter den Gefrierpunkt. Wie fremd, gleichgültig, mit welcher Geringschätzung und Abneigung steht ein großer Teil der gebildeten Welt dem Meßopfer gegenüber! […]

Und doch fühlen sich die Menschen heutzutage so unglücklich und bedürfen des Trostes und der Stärkung.  Und doch will es so dunkel werden allerwärts in den öffentlichen Zuständen. Ach der Geist Gottes ist gewichen und viele verstehen es nicht mehr, was eine heilige Messe ist.“

Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt

Dass dieser Text schon ein paar Jährchen alt ist, erkennt man natürlich so ziemlich auf Anhieb.  Und auch wenn ich zugeben muss, dass mein erster Gedanke durchaus der war: „Mensch, was ist die Welt schon so lange so schlecht…“, will ich gar nicht so sehr auf irgendwelche Ursachen hinaus, sondern vielmehr auf die Lösungsansätze…. Ohnehin möchte ich im Augenblick noch auf gar nichts Bestimmtes hinaus. Ich reflektiere nur mal so vor mich hin.

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