Drängen um die Altäre – Gedankenskizzen

Gedanken zu damals und heute

„Ich möchte reden von dem großen Opfergottesdienste unserer Religion, von dem heiligen Meßopfer. Die Messe ist die Herzensmitte des katholischen Lebens, das kostbare Kleinod des Christen: mit ihr steht und fällt die katholische Religion. […]

Die Menschen auf Erden, um derentwillen das Meßopfer da ist, die verhalten sich die dazu? Wird sich nicht alles hienieden drängen um die Altäre, um das Wunder der Wunder zu schauen? Wird nicht aus jedem Hause, wer da kann hineilen zu der heiligen Messe, um aus ihr zu schöpfen und wieder zu schöpfen? Werden nicht Tausende und Tausende aus jeder Stadt täglich überall hineilen, um aus dem Gnadenborn zu schöpfen? Mein Gott! Ich sehe sie nicht, diese Tausende. Zeige mir die jemand! Ich sehe die Straßen voll geschäftiger Menschen; ich sehe die Häuser des Vergnügens, des Trunkes und Spiels wimmeln von Besuchern, von jungen und alten; aber um die Altäre wird es leerer und leerer. Lockt ein Geschäft, und wenn es nur zehn Pfennig einträgt, ja das geht vor; und gibt´s vollends einen Ausflug, eine Gesellschaft, einen Tanz, denen hüpfen die Herzen stürmisch entgegen – aber gegenüber der namenlosen Hingebung des Höchsten, gegenüber der Verschwendung der göttlichen Reichtümer im Meßopfer, gegen das Wunder der Liebe: da ist man kühl bis ins Herz hinein, mitunter kalt bis unter den Gefrierpunkt. Wie fremd, gleichgültig, mit welcher Geringschätzung und Abneigung steht ein großer Teil der gebildeten Welt dem Meßopfer gegenüber! […]

Und doch fühlen sich die Menschen heutzutage so unglücklich und bedürfen des Trostes und der Stärkung.  Und doch will es so dunkel werden allerwärts in den öffentlichen Zuständen. Ach der Geist Gottes ist gewichen und viele verstehen es nicht mehr, was eine heilige Messe ist.“

Nikolaus Gihr; Das Heilige Messopfer dogmatisch, liturgisch und aszetisch erklärt

Dass dieser Text schon ein paar Jährchen alt ist, erkennt man natürlich so ziemlich auf Anhieb.  Und auch wenn ich zugeben muss, dass mein erster Gedanke durchaus der war: „Mensch, was ist die Welt schon so lange so schlecht…“, will ich gar nicht so sehr auf irgendwelche Ursachen hinaus, sondern vielmehr auf die Lösungsansätze…. Ohnehin möchte ich im Augenblick noch auf gar nichts Bestimmtes hinaus. Ich reflektiere nur mal so vor mich hin.

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Sicut in caelo #2

Vielleicht scheint es ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen, wenn ich mich jetzt Etwas zuwende, was zunächst mal überhaupt nicht (nur) typisch gotisch ist. Nicht so richtig zur eigentlich Gebäude-Architektur gehört aber auch nicht wirklich nur Ausstattungsstück war, etwas, was aus heutiger Sicht störend wirken mag, aber dennoch zur ursprünglichen, bauzeitlichen Raumgliederung gehörte. Ich glaube aber, dass genau hiermit eine gute Möglichkeit besteht, die heutige, moderne Sichtweise ein bisschen auf Mittelalter umzustellen.

Der Lettner

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