Der hämische Volksaltar

Ich muss es jetzt mal erzählen. Die ganze Zeit hatte ich mich ja etwas davor gescheut. Aber jetzt muss es einfach mal raus.

Der Volksaltar spricht.

Er steht da so rum, gar nicht mal so auffällig, natürlich leergeräumt und wirkt eigentlich ganz brav. Aber er redet. Unablässig macht er auf sich aufmerksam. „Huhuuuu!! Schau mal, hier steh ich und ich gehe hier nicht weg!“

Das ist mir lange gar nicht aufgefallen. Erst, seit ich neulich mal in einer Kirche ohne störenden Campingtisch Volksaltar war. Und da war es so still. Zurück „zu Hause“ war es dann unüberhörbar. Ein ständiges lautes Flüstern und Kichern von diesem frechen kleinen Tischchen. „Na, Tradi-Puppe, spielst du wieder gute alte Zeit? Tja, wenn ihr nachher durch seid, ist hier eh wieder alles beim Neuen. Dann darf der Kollege hinter mir wieder einfach nur hübsch aussehen und ich stehe im Mittelpunkt!“ (er sagt „hinter mir“, weil er das natürlich nicht verstehen will, dass der Hochaltar eigentlich vor ihm….nicht so die hellste Kerze auf der Torte….ach, egal…)

Ganz schlimm ist es bei der Kommunion. Ich bin überzeugt, dass er da immer nochmal einen halben Meter nach vorne hüpft, damit es besonders eng wird.

Vielleicht hilft es ja, ihm mal ein Bild von einer Steinlaus zu zeigen…. Oder einen Meißel…